Italien Polizei nimmt Maradona Rolex-Uhren ab

Der Argentinier Diego Maradona hat derzeit wahrlich keine Glückssträhne: Erst wählten Landsleute ihn zum schlechtesten TV-Moderator, nun erinnerten auch noch italienische Polizisten den Fußballstar vehement an eine alte Steuerschuld.


Neapel - Eigentlich wollte Maradona gestern Gutes tun: Er war nach Italien gereist, um bei einem Wohltätigkeitsspiel mitzukicken. Dann wurde das Spiel wegen strömenden Regens abgesagt. Als er das Stadion von Giuliano in einem Vorort von Neapel nach einer Pressekonferenz verlassen wollte, wartete auch noch die Polizei auf ihn.

Maradona im Einsatz: Auf der Wache war er ganz ruhig
REUTERS

Maradona im Einsatz: Auf der Wache war er ganz ruhig

Die Beamten baten ihn zur nahgelegenen Wache und nahmen ihm die beiden Rolex-Armbanduhren ab, die er an den Handgelenken trug. Der Fußballer schulde dem italienischen Staat seit dem Ende der achtziger Jahre noch fast 31 Millionen Euro, erinnerte ihn die Polizei. Maradona spielte 1984 für den SSC Neapel. Die Uhren sind rund 10.000 Euro wert, doch könnten sie bei der Versteigerung wegen ihres prominenten Vorbesitzers deutlich mehr bringen.

Maradona soll es aber noch gelungen sein, seine wertvollen Ohrringe vor dem Fiskus in Sicherheit zu bringen. Die "Gazzetta dello Sport" schrieb, diese seien aus Diamanten gewesen. Zwar trug Maradona sie noch, als er abgeführt wurde, aber nicht mehr, als er bei der Polizei ankam. "Vielleicht hatte er sie in einer Tasche", vermutete ein Polizeibeamter, der bei der Beschlagnahmung dabei war.

Maradona nahm die Steuereintreibung gelassen: Er sei gestern Abend sehr höflich und ruhig gewesen und habe beim Verlassen des Gebäudes Autogramme gegeben, berichtete der Beamte. Schon bei einem früheren Italien-Besuch der Kickerlegende wurde dem Polizisten zufolge das Honorar für einen Fernsehauftritt beschlagnahmt.

Mit Fernsehen wird Maradona künftig allerdings wohl nicht mehr allzu viel Geld verdienen. Erst kürzlich hatten Fernsehzuschauer seine Moderation der Show "Die Nacht der Nummer 10" zum verheerendsten TV-Event 2005 gewählt.

str/AFP/AP



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