Extremwetter in Italien Schlammlawinen in Cortina d'Ampezzo, Feuer auf Sardinien

Straßen werden zu Flüssen, Bewohner müssen ihre Häuser räumen: In Italien haben in verschiedenen Regionen Unwetter gewütet. Ein Agrarverband spricht von einem "Feuer-Sommer".
Auch Verona wurde von Unwettern heimgesucht

Auch Verona wurde von Unwettern heimgesucht

Foto: R4924_italyphotopress / imago-images

Italien erlebt einen August der Wetterextreme. Die Dolomitenregion um den Bergort Cortina wurde am Montagabend zum zweiten Mal in Folge von Unwettern heimgesucht. Nach vielen Stunden mit Starkregen seien Straßen zu Flüssen geworden, berichtete Bürgermeister von Gianpietro Ghedina italienischen Medien. Bereits am Sonntag hatte ein wetterbedingter Erdrutsch eine zeitweise Sperrung der Staatsstraße 51 zur Folge gehabt. In der Region Venetien hatten riesige Hagelkörner und Wassermassen schwere Schäden angerichtet. Betroffen waren etwa Verona, Padua und Vincenza.

Auf Sardinien wüteten nach Feuerwehrangaben mehrere Brände . Besonders heikel war die Lage beim Touristenort Budoni an der Ostküste der Insel. Dort waren die Flammen eines Macchiabrandes, angetrieben durch sogenannte Mistralwinde, den Touristensiedlungen gefährlich nahe gekommen. Rund 200 Menschen mussten ihre Häuser räumen, wie Nachrichtenagenturen schrieben. Viele wurden in der Nacht vorsorglich in ein Gemeindezentrum gebracht. Nach stundenlangem Einsatz habe die Feuerwehr den Brand am frühen Dienstag unter Kontrolle gehabt.

Unwetter auch in der Karibik und den USA

Der Agrarverband Coldiretti beklagte am Dienstag, es gebe 2020 einen "Feuer-Sommer". Seit dem 15. Juni seien in Italien fast 500 Brände ausgebrochen. Wand- und Buschfeuer würden durch eine "Tropisierung des Klimas" begünstigt: Die Temperaturen lägen 2020 rund ein Grad über dem historischen Schnitt, und es habe - trotz des jüngsten Starkregens im Norden - deutlich weniger geregnet als sonst.

Neben Italien wird derzeit auch der amerikanische Kontinent von Unwettern heimgesucht. Der Tropensturm "Laura" ist auf dem Weg in Richtung US-Küste über Kuba hinweggezogen und hat in der Karibik 24 Tote und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Der Sturm werde sich über dem Golf von Mexiko wahrscheinlich verstärken und zu einem Hurrikan werden, bevor er in der zweiten Wochenhälfte die US-Küste treffe, teilte das US-Hurrikanzentrum (NHC) mit. In Kalifornien wüten derzeit Wald- und Buschbrände. Immerhin konnten Einsatzkräfte zuletzt Fortschritte im Kampf gegen das Feuer erzielen. Der nördlich von San Francisco tobende Brand mit dem Namen "LNU Lightning Complex" konnte nach Angaben der Behörden zu 22 Prozent unter Kontrolle gebracht werden. Der sogenannte SCU Lightning Complex südöstlich von San Francisco war demnach zuvor zu etwa zehn Prozent eingedämmt worden.

bam/dpa
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