SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

22. April 2005, 10:57 Uhr

Jackson-Prozess

Vaseline-Zeuge muss schweigen

Im Missbrauchsprozess gegen Popstar Michael Jackson hat das Gericht darüber entschieden, in welchem Umfang zwei Zeugen aussagen dürfen. Einer muss zu bestimmten Punkten schweigen, der andere darf aussagen.

Santa Maria - Richter Rodney S. Melville hat die Aussage eines früheren Angestellten nicht zugelassen, der Anfang der neunziger Jahre eine zweideutige Situation beobachtet haben will. Melville gab damit gestern dem Antrag von Jacksons Anwälten statt. Die Aussage eines Leibwächters, der von 2002 bis 2003 für Jackson arbeitete, ließ der Richter zu.

Die Anklage wollte den früheren Jackson-Beschäftigten Kassim Abdool zu einem Vorfall auf der "Neverland"-Ranch des Popstars im Jahr 1992 oder 1993 befragen. Er wollte dem Vernehmen nach aussagen, Jackson habe ihn damals aufgefordert, Vaseline in sein Schlafzimmer zu bringen, in dem er mit einem Jungen allein gewesen sei. Der Junge hatte Jackson später des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Die Vorwürfe waren dann außergerichtlich beigelegt worden, der Junge bekam eine hohe Abfindung von Jackson.

Melville ließ aber zu, dass der Mann zu anderen Beobachtungen aus den neunziger Jahren befragt wird. Auch der frühere Leibwächter, der derzeit in Las Vegas wegen Raubes und Entführung angeklagt ist, wird vor Gericht in Santa Maria aussagen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er erklärt, er habe Jackson und den Jungen, der ihm jetzt sexuellen Missbrauch vorwirft, mit Alkohol gesehen und dass der damals 13-Jährige einmal betrunken schien.

Der 46-jährige Jackson ist angeklagt, den Jungen 2003 mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. Die Verhandlungen vor Gericht laufen seit Ende Februar.

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung