Jackson-Verfahren Chronologie eines Jahrhundertprozesses

Fünf Monate dauerte der Prozess gegen Michael Jackson. Jetzt endete er mit einem Freispruch. Das war zu Beginn der Verhandlungen alles andere als absehbar.


31. Januar 2005:

Vor dem Gericht in Santa Maria in Kalifornien beginnt der Missbrauchprozess gegen Jackson. Der Popstar erscheint ganz in weiß gekleidet.

23. Februar: Die 12-köpfige Jury für den Jackson-Prozess ist ausgewählt: acht Frauen und vier Männer im Alter von 20 bis 79 Jahren werden über Jacksons Schicksal befinden.

28. Februar: Richter Melville verliest die neunseitige Anklageschrift. In ihr wird Jackson vorgeworfen, im Februar und März 2003 auf seiner Neverland-Ranch den damals 13-jährigen krebskranken Jungen sexuell missbraucht zu haben.

März: Das angebliche Missbrauchopfer beschuldigt Jackson vor Gericht schwer. Der Sänger habe ihn unsittlich berührt und häufig Alkohol zu trinken gegeben.

März: Jackson-Anwalt Mesereau zieht die Glaubwürdigkeit des Jungen beim Kreuzverhör stark in Zweifel. Einem Lehrer habe er erzählt, von Jackson nie belästigt worden zu sein, räumt der Junge ein.

28. März: Richter Melville lässt Anschuldigungen gegen den Popstar aus den 90er Jahren wegen sexueller Belästigung von Kindern als Beweismaterial im Verfahren zu.

April: Die Mutter des angeblichen Missbrauchopfers gibt zu, früher Falschaussagen unter Eid gemacht zu haben.

12. Mai: Der frühere Kinderstar Macaulay Culkin bezeichnet die Belästigungsvorwürfe gegen Jackson als "absolut lächerlich".

28. Mai: Die Geschworenen sehen auf Antrag der Anklage ein Polizeivideo mit dem angeblichen Opfer aus dem Jahr 2003. Darin behauptet der Junge teils unter Tränen erstmals vor Ermittlern, fünf Mal von Jackson bei gemeinsamen Nächten berührt worden zu sein. Nach 60 Verhandlungstagen wird die Beweisaufnahme abgeschlossen.

1. Juni: Richter Melville erteilt den Geschworenen Anweisungen für ihre Urteilsfindung.

2./3. Juni: Staatsanwaltschaft und Anklage halten ihre Schlussplädoyers. Staatsanwalt Ron Zonen beschreibt Jackson als pädophilen Serientäter. Jacksons Anwalt Mesereau stellt ihn dagegen als "naives" Opfer einer Familie von "Betrügern, Schauspielern und Lügnern" dar, die sich an dem Entertainer bereichern wollten.

13. Juni: Die Jury fällt ihr Urteil: "not guilty".



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