kurz & krass 2021 Gülle in Hülle und Fülle

Tausende Liter Gülle fließen auf die Straße – und in einen Keller. Ein Croissant wird für einen Leguan gehalten. Und im Seniorenheim kommt Pfefferspray zum Einsatz. Die kuriosesten Kurzmeldungen des Jahres.
Horstmar: Umgekippter Anhänger verliert 18 Tonnen Gülle

Horstmar: Umgekippter Anhänger verliert 18 Tonnen Gülle

Foto: Tebben / NWM-TV / dpa

Umgekippter Anhänger verliert 18 Tonnen Gülle – Keller vollgelaufen

So ein Mist: Im Münsterland ist im Frühjahr der Anhänger eines Traktors umgekippt. Tausende Liter Gülle flossen auf die Straße – und in den Keller eines Wohnhauses in Horstmar im Kreis Steinfurt. Der Keller sei rund 40 bis 50 Zentimeter hoch gefüllt gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Insgesamt liefen demnach etwa 18 Tonnen Gülle aus.

Der Anhänger war in einer Kurve umgekippt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Das Güllefass sei gegen einen Carport geprallt, wodurch drei Fahrzeuge einen Totalschaden erlitten hätten. Der 23 Jahre alte Traktorfahrer sei leicht verletzt worden, hieß es. Die Straße wurde gesperrt.

Umgekippter Traktoranhänger in Horstmar

Umgekippter Traktoranhänger in Horstmar

Foto: Tebben / NWM-TV / dpa

Die Einsatzkräfte vor Ort hätten die Gülle in Zusammenarbeit mit Spezialfirmen von der Straße gesaugt und aus dem Kellergeschoss abgepumpt, so der Feuerwehrsprecher. Dadurch sei eine weitere Ausbreitung überwiegend verhindert worden.

Der Leguan, der ein Croissant war

Diesen Einsatz im April dürften die Mitarbeiter des Tierschutzvereins im polnischen Krakau nicht so schnell vergessen: Eine Frau hatte die Retter, so schildert es der Verein auf Facebook, wegen eines vermeintlich bedrohlich wirkenden Tieres alarmiert. Die auf einem Baum lauernde »Kreatur« habe sich vor Ort jedoch als etwas anderes entpuppt – und zwar als: Croissant.

Die Frau hatte sich demnach an den Verein gewandt, da das angebliche Tier seit zwei Tagen in einem Fliederbaum vor ihrem Haus saß. »Die Menschen öffnen ihre Fenster nicht, weil sie Angst haben, dass es in ihr Haus kommt«, sagte die verzweifelte Anruferin. Die Tierschützer zogen in Erwägung, dass es sich um einen kranken Raubvogel handeln könnte. Die Anruferin sprach von einem Leguan.

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Bei ihrem Eintreffen stellten die Tierschützer zu ihrer Verblüffung dann fest, dass das Tier »weder Beine noch einen Kopf« hatte und es sich vielmehr um das besagte Gebäck handelte. In seinem – nicht ganz ernsthaft verfassten – Beitrag stellte der Verein klar, dass es sich dabei nicht um einen verspäteten Aprilscherz handele – und verwies darauf, dass es besser sei, die Experten einmal zu viel als zu wenig zu alarmieren.

Unternehmer zerlegt Neubaufassade mit Bagger

Mit einem Bagger hat ein Bauunternehmer im Schwarzwald im Sommer offenbar mutwillig einen Neubaukomplex mit etwa 30 Wohneinheiten schwer beschädigt. Dabei entstand ein Schaden von etwa einer halben Million Euro, wie die Polizei mitteilte . Als Grund für die Zerstörung in Blumberg (Schwarzwald-Baar-Kreis) habe der 47-Jährige angeblich zu Unrecht zurückgehaltene Zahlungen der Auftraggeber genannt.

Wohl aus »Frust«, wie ein Polizeisprecher sagte, hatte der Mann mit dem Kettenfahrzeug mehrere Balkone heruntergerissen und Teile der Gebäudefassade zerstört. Auch habe er Garagen beschädigt, auf denen Gasflaschen standen. Die Polizei sperrte das Gelände den Angaben zufolge weiträumig ab, da von den beschädigten Behältern womöglich Explosionsgefahr ausging.

Zerstörte Fassade in Blumberg

Zerstörte Fassade in Blumberg

Foto: Hardy Faißt / dpa

»Es befanden sich zwar keine Personen im Gebäude, jedoch hatte die Aktion rund 50 Schaulustige auf den Plan gerufen«, hieß es. Nach der Zerstörungsaktion habe sich der Bauunternehmer in sein Auto gesetzt und sei davongefahren. Kurz darauf habe er sich bei der Polizei gemeldet.

79-Jährige geht in Seniorenheim mit Pfefferspray auf Kontrahentin los

In einem Altenheim in Oberstdorf ist Ende August ein Konflikt zwischen zwei Seniorinnen eskaliert. Zunächst gab es einen verbalen Streit zwischen einer 79-Jährigen und einer 86-Jährigen – dann griff die Jüngere zum Reizspray, wie die Polizei mitteilte.

Bei der Attacke wurden den Angaben zufolge außer der 86-Jährigen noch drei andere Heimbewohner leicht verletzt. Eine ärztliche Behandlung wegen der Atemwegsreizungen sei jedoch nicht nötig gewesen, hieß es. Die 79-Jährige wurde von der Polizei angezeigt.

Summender Rasierer löst Großeinsatz aus

Weil ein 85-Jähriger seinen Rucksack im Nürnberger Hauptbahnhof stehen ließ, rückten Mitte September rund 50 Einsatzkräfte an, darunter Bombenentschärfer. Grund war ein ominöses Geräusch, wie die Polizei mitteilte. Die potenzielle Gefahrenquelle habe sich dann aber als Elektrorasierer herausgestellt.

Mitarbeiter der Deutschen Bahn hatten zuvor wegen des leise brummenden Gepäckstücks, das hinter Stühlen versteckt war, die Polizei gerufen. Daraufhin wurden große Teile des Bahnhofs gesperrt und der Zugverkehr auf mehreren Gleisen eingestellt.

Nürnberger Hauptbahnhof (Archivbild)

Nürnberger Hauptbahnhof (Archivbild)

Foto: Daniel Karmann / dpa

Eine Stunde später sei der 85-Jährige zu seinem Gepäck zurückgekommen. Er habe den Polizisten den Rucksack genau beschreiben können und sei so als Eigentümer identifiziert worden. Daraufhin fanden Beamte den vibrierenden Rasierer in dem Gepäckstück. Wegen des Einsatzes verspäteten sich Züge, zudem mussten 15 Geschäfte vorübergehend schließen.

Mann sucht auf Polizeiwache nach Hotelzimmer

Irrtum mit Folgen: Ein Mann hat sich Anfang Oktober in Unterfranken auf der Suche nach einem Zimmer an falscher Stelle erkundigt – und landete stattdessen im Gefängnis. Der 49-Jährige sei in der Würzburger Polizeiinspektion erschienen, teilte die Polizei mit.

Nachdem man ihm erklärt hatte, dass er sich auf einer Wache befinde und nicht in einer Herberge, wollte er demzufolge dennoch nicht gehen. Die Polizei überprüfte daraufhin seine Personalien. Dabei stellte sich heraus, dass gegen den Mann zwei offene Haftbefehle wegen geringerer Vergehen vorlagen.

Die 3000 Euro, die eine Strafe abgewendet hätten, konnte der Mann nicht zahlen. »Somit hatte sich für ihn zumindest das Problem mit der Zimmersuche erledigt«, heißt es in der Mitteilung der Polizei: »Der Mann durfte für den Rest der Nacht eine Zelle bei der Polizeiinspektion beziehen.« Danach ging es demnach in die JVA Würzburg, wo er für »150 Tage ein Zimmer bekommen hat«.

Falscher Polizist will echten Zivilfahnder kontrollieren

In Braunschweig war im Herbst ein Mann in olivfarbener Uniform mit Polizeiabzeichen und einer Schreckschusswaffe im Gürtelholster unterwegs. Der 25-Jährige fuhr zudem ein mit Blaulicht ausgestattetes Fahrzeug und kontrollierte Personen, wie die Polizei mitteilte .

Echter Polizist bei einer Verkehrskontrolle (Archivbild)

Echter Polizist bei einer Verkehrskontrolle (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe/ DPA

Der Mann fiel demnach Zeugen auf, die die Polizei informierten. Die Beamten konnten ihren vermeintlichen Kollegen vor Ort aber zunächst nicht finden. Bis ein Zivilfahnder mit den Worten »Halt! Stopp!« zum Stehenbleiben aufgefordert und mit einer Taschenlampe angeleuchtet wurde, wie die Polizei mitteilte. Der falsche Polizist flog auf.

wit