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05. November 2013, 13:39 Uhr

Hemmungen beim Burger-Essen

Masken für japanische Frauenmünder

Wer einen Hamburger bestellt, denkt meist an Dinge wie Ketchup-Menge und Gurken-Dichte. Nicht so japanische Frauen. Bei vielen gilt es offenbar als unfein, den Mund weit zu öffnen. Damit sie dennoch nicht auf einen Burger verzichten müssen, präsentiert eine Restaurantkette eine öffentlichkeitswirksame Lösung: eine Maske.

Tokio - Brötchen, Fleisch, Zwiebeln, Tomate, Salat, Gürkchen: Der Classic Burger der japanischen Fast-Food-Kette Freshness Burger ist eine ziemlich solide Sache. Ein Burger, wie er auf der ganzen Welt verkauft und gegessen wird. Trotzdem bemerkte das Unternehmen bei seiner japanischen Kundschaft ein Ungleichgewicht: Während die Nachfrage bei den Männern groß ist, bestellt kaum eine Frau den Hamburger.

Um der Burger-Abneigung der Frauen auf die Schliche zu kommen, habe Freshness Burger eine Werbeagentur beschäftigt, berichtet die "Huffington Post". Und die will herausgefunden haben: Japanische Frauen sehen es als unfein, ja geradezu hässlich an, den Mund in der Öffentlichkeit zu weit zu öffnen. Ein kleiner, bescheidener Mund, ein ochobo, gilt hingegen als süß und attraktiv. Der Verzehr eines viellagigen Hamburgers passt da natürlich nicht ins Konzept.

Abhilfe soll eine Art Maske schaffen. Der "Liberation Wrapper", also Freiheits-Umschlag, wird um das Brötchen gelegt. Auf das Papier ist das Foto eines lächelnden, geschlossenen Mundes gedruckt. Beim Verzehr verdeckt der Liberation Wrapper dann die unfeine Esserin. "Jetzt können sie den großen Hamburger genießen und dabei ihre inneren animalischen Instinkte befreien", zitiert der Blog "The Gloss" die verantwortliche Werbeagentur.

Offenbar scheint die Vorrichtung - und die clevere Marketingkampagne - erfolgreich zu sein. Dem Unternehmen zufolge stieg der Verkauf des Burgers an Frauen um 213 Prozent.

gam

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