Hemmungen beim Burger-Essen Masken für japanische Frauenmünder

Wer einen Hamburger bestellt, denkt meist an Dinge wie Ketchup-Menge und Gurken-Dichte. Nicht so japanische Frauen. Bei vielen gilt es offenbar als unfein, den Mund weit zu öffnen. Damit sie dennoch nicht auf einen Burger verzichten müssen, präsentiert eine Restaurantkette eine öffentlichkeitswirksame Lösung: eine Maske.

Freshness Burger

Tokio - Brötchen, Fleisch, Zwiebeln, Tomate, Salat, Gürkchen: Der Classic Burger der japanischen Fast-Food-Kette Freshness Burger ist eine ziemlich solide Sache. Ein Burger, wie er auf der ganzen Welt verkauft und gegessen wird. Trotzdem bemerkte das Unternehmen bei seiner japanischen Kundschaft ein Ungleichgewicht: Während die Nachfrage bei den Männern groß ist, bestellt kaum eine Frau den Hamburger.

Um der Burger-Abneigung der Frauen auf die Schliche zu kommen, habe Freshness Burger eine Werbeagentur beschäftigt, berichtet die "Huffington Post". Und die will herausgefunden haben: Japanische Frauen sehen es als unfein, ja geradezu hässlich an, den Mund in der Öffentlichkeit zu weit zu öffnen. Ein kleiner, bescheidener Mund, ein ochobo, gilt hingegen als süß und attraktiv. Der Verzehr eines viellagigen Hamburgers passt da natürlich nicht ins Konzept.

Abhilfe soll eine Art Maske schaffen. Der "Liberation Wrapper", also Freiheits-Umschlag, wird um das Brötchen gelegt. Auf das Papier ist das Foto eines lächelnden, geschlossenen Mundes gedruckt. Beim Verzehr verdeckt der Liberation Wrapper dann die unfeine Esserin. "Jetzt können sie den großen Hamburger genießen und dabei ihre inneren animalischen Instinkte befreien", zitiert der Blog "The Gloss" die verantwortliche Werbeagentur.

Offenbar scheint die Vorrichtung - und die clevere Marketingkampagne - erfolgreich zu sein. Dem Unternehmen zufolge stieg der Verkauf des Burgers an Frauen um 213 Prozent.

gam



insgesamt 22 Beiträge
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rosenvater 05.11.2013
1. Krass
Als würden Männer glauben, Frauen könnten ihre Münder nicht weit aufreißen um das Essen rein zu stopfen.
henkeltopf 05.11.2013
2. Zahnstellung
Just vorgestern gab es doch hier einen Artikel, der gegen die angebliche Übertherapie bei Zahnspangen gewettert hat. Wozu der Verzicht von kieferorthopädischer Behandlung führt, sieht man dann an solchen Beispielen wie hier in Japan: Der Grund für die Scham der Frauen bei Mundöffnung liegt nämlich in den häufig anzutreffenden, kapitalen Eng- und Schiefständen der Zähne dieser Bevölkerungsgruppe. Woher ich das weiss: Ich habe eine zeitlang in der Nähe der koreanischen und japanischen Botschaft zahnärztlich gearbeitet.
sondevida 05.11.2013
3. Japanische Frauen
Zitat von sysopFreshness BurgerWer einen Hamburger bestellt, denkt meist an Dinge wie Ketchup-Menge und Gurken-Dichte. Nicht so japanische Frauen. Bei vielen gilt es offenbar als unfein, den Mund weit zu öffnen. Damit sie dennoch nicht auf einen Burger verzichten müssen, präsentiert eine Restaurantkette eine öffentlichkeitswirksame Lösung: eine Maske. http://www.spiegel.de/panorama/japan-burger-kette-bringt-maske-fuer-frauen-auf-den-markt-a-931864.html
Tja, Probleme kann man sich machen :)
kasubo 05.11.2013
4. komisch
werde diesen Artikel mal den ganzen Damen im Tokioter Nahverkehr zeigen muessen, die beim Gaehnen derart den Mund aufreissen, dass ich eine zahnaerztliche Anamnese erstellen koennte und eventuell auch noch sehen koennte was gefruehstueckt wurde. Und noch eine Frage an SPON: warum ist in Beitraegen ueber Japan fast niemals der Name des Verfassers/ der Verfasserin zu sehen? Meistens anonym, oder wie hier, ein nichtssagendes Kuerzel. Warum?
at.engel 05.11.2013
5. Ganz klarer Rückschritt...
Auch wenn sie manchmal seltsame Wege gehen, im Grunde haben sie recht: Zivilisatorisch ist Fastfood jedenfalls kein Fortschritt. Und die Tatsache, dass sich daran bei uns schon kaum mehr einer stört, ändert auch nicht viel; ganz im Gegenteil. So ein Sichtschild ist aber auch keine sehr befriedigende Lösung; wirklich Stil hat das auch nicht.
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