Rätselhafte Funde Leichenschiffe an Japans Küste angespült

An Japans Küsten sind seit Oktober mehrere Boote mit Leichen angeschwemmt worden. Die Behörden stehen vor einem Rätsel. Einer Theorie zufolge könnten die Boote aus Nordkorea stammen.

REUTERS

Es sind gruselige Funde, die japanische Behörden in den vergangenen Wochen stets aufs Neue machen mussten: Wie der US-Sender CNN berichtet, strandeten seit Anfang Oktober an den Küsten mindestens acht hölzerne, baufällige Schiffe - mit verwesenden Leichen an Bord.

Insgesamt 20 Körper habe man gefunden, sagte ein Vertreter der Küstenwache. Zwei Leichen hätten keinen Kopf mehr gehabt. In einem Fall seien sechs Totenköpfe gefunden worden. Es bleibt ein Rätsel, woher die Schiffe stammen.

Waren es Flüchtlinge?

Die meisten Indizien sprechen offenbar für Nordkorea. Ein Vertreter der japanischen Küstenwache sagte CNN, auf einem Boot sei der Schriftzug "Korean People's Army" sichtbar. Das ist der Name der nordkoreanischen Streitkräfte. Einen weiteren Hinweis liefere ein zerfleddertes Kleidungsstück, das von der nordkoreanischen Nationalflagge stammen könnte, berichtet der japanische TV-Sender NHK.

John Nilsson-Wright, ein Asien-Experte der US-Denkfabrik "Chatham House Policy Institute", sagte dazu: "Diese Boote kommen zweifellos aus Nordkorea." Er halte es für wahrscheinlich, dass es sich um Flüchtlinge handelt. Das Leben besonders außerhalb der Hauptstadt Pjöngjang sei "außerordentlich beschwerlich".

Traditionelle Fluchtrouten würden in jüngster Zeit stärker bewacht. Da sei es plausibel, dass Menschen aus Nordkorea die gefährliche Reise über das Meer nach Japan anträten. In japanischen Medien kursierten auch Gerüchte, die gefundenen Körper seien Leichen von Fischern, die vom Weg abgekommen wären.

sms



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