Tote und Vermisste Japan setzt Bergungsarbeiten nach Taifun fort

Einer der schlimmsten Taifune seit Jahrzehnten erschütterte Japan. Dutzende Menschen wurden getötet, andere werden noch vermisst. Unterdessen laufen die Rettungseinsätze weiter.

Zahlreiche Flüsse traten in Japan über die Ufer und überschwemmten ganze Wohngebiete
Charly Triballeau/ AFP

Zahlreiche Flüsse traten in Japan über die Ufer und überschwemmten ganze Wohngebiete


Nach dem tödlichen Taifun in Japan haben die Bergungskräfte ihren Einsatz in den Überflutungsgebieten fortgesetzt. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 36. Weitere 17 Menschen würden noch vermisst, berichteten japanische Medien.

Der Wirbelsturm "Hagibis" war am Wochenende über weite Teile des Landes hinweggefegt, er hinterließ eine Spur der Verwüstung. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten ganze Wohngebiete. Mit am schwersten war die Provinz Nagano betroffenen, auch andere Regionen kämpften mit den Auswirkungen.

Auf Luftaufnahmen des japanischen Fernsehens waren Bewohner zu sehen, die aus ihren überfluteten Fenstern weiße Tücher schwangen, um auf sich aufmerksam zu machen. Mehr als 110.000 Einsatzkräfte aus Polizei, Feuerwehr, Küstenwache und Militär seien an den Rettungseinsätzen beteiligt, sagte Regierungschef Shinzo Abe."Ich bitte die Bevölkerung, angesichts von Erdrutschen und angeschwollenen Flüssen wachsam zu bleiben."

Dutzende von Erdrutschen und Schlammlawinen waren in weiten Gebieten Japans abgegangen. 21 Flüsse waren durch die Uferdämme gebrochen. Nach Angaben des Industrieministeriums waren 166 000 Häuser am Sonntagnachmittag zunächst weiter von der Stromversorgung abgeschnitten. Auch die Wasserversorgung war teils unterbrochen.

In der Tokioter Nachbarprovinz Chiba, wo erst im vergangenen Monat ein Taifun gewütet und massive Stromausfälle verursacht hatte, wurden ein Dutzend Häuser durch einen plötzlichen Tornado zerstört.

Der Wirbelsturm "Hagibis" war am Samstag nahe Tokio auf Land getroffen. Später zog er Richtung Nordosten weiter in jene Region, wo es 2011 zu einer Erdbeben- und Tsunamikatastrophe mit Tausenden Toten gekommen war. Auch dort kam es durch den Taifun zu Überschwemmungen und Erdrutschen.

Wegen der Gefahr durch die Niederschläge, die zu den schlimmsten seit rund 60 Jahren zu werden drohten, hatten die Behörden für Tokio und mehrere andere Regionen erstmals die höchste Warnstufe ausgegeben. Mehr als sechs Millionen Bewohner des Landes war geraten worden, sich vor dem Wirbelsturm - der in Japan Taifun Nummer 19 genannt wird - in Sicherheit zu bringen.

Unterdessen nahm der Tokioter Flughafen Haneda am Sonntag wieder den Betrieb auf. Auch Bahnen und Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Shinkansen fuhren wieder, nachdem die Betreibergesellschaften den Betrieb am Vortag wegen des Taifuns deutlich eingeschränkt hatten.

Die Behörden hatten gewarnt, dass der Taifun Tokio und andere Gebiete im Osten Japans mit den schlimmsten Regenfällen seit jenem verheerenden Wirbelsturm überziehen könnte, der 1958 mehr als 1200 Menschen in der Region das Leben gekostet hatte. Viele Kaufhäuser und Läden in Tokio und Umgebung hatten am Samstag geschlossen. In manchen Geschäften der Hauptstadt waren Regale wie leer gefegt, da sich viele Bewohner vorsichtshalber mit Wasser und Lebensmitteln eindeckten.

sen/dpa



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