Japan Starkes Beben erschüttert Region um Fukushima

Japan kommt nicht zur Ruhe: Vor der Nordostküste des Landes hat sich erneut ein heftiges Erdbeben ereignet. Die Behörden sprachen zwischenzeitlich eine Tsunami-Warnung für die Region um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima aus.

Tokio - Der Nordosten Japans ist am Freitag erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Den japanischen Behörden zufolge hatten die Erdstöße vor der Küste eine Stärke von 6,8 auf der Richter-Skala. Sie gaben zwischenzeitlich eine Tsunami-Warnung aus - und rechneten mit Wellen in Höhe von 50 Zentimetern entlang der Küste der Präfekturen Fukushima und Miyagi. Rund eine halbe Stunde später wurde die Warnung jedoch wieder aufgehoben. An der Küste sei keine Veränderung des Meeresspiegels festgestellt worden, erklärte die Wetterbehörde.

Diese Küstengebiete in dieser Region waren im März von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem darauffolgendem Tsunami verwüstet worden. Dabei war es zu der verheerenden Havarie im Atomkraftwerk Fukushima gekommen. In dem Meiler habe es am Freitag jedoch keine neuen Schäden und ungewöhnlichen Vorkommnisse gegeben, erklärte der Betreiber Tepco. Aus Sicherheitsgründen sei zwischenzeitlich aber die komplette evakuiert worden.

Augenzeugen berichteten, das Erdbeben habe auch Gebäude in der Hauptstadt Tokio erschüttert. Berichte über Verletzte oder mögliche Schäden gibt es bislang nicht. Aus Sicherheitsgründen seien einige Autobahnen geschlossen und Schnellzüge gestoppt worden, berichtete der Rundfunksender NHK.

In der Stadt Ishinomaki ließ der Erdstoß die Häuser so stark schwanken, dass zahlreiche Menschen unter den Tischen in ihren Büros Zuflucht suchten. Die Bürger seien aufgefordert worden, sich in höher gelegene Gegenden in Sicherheit zu bringen, sagte eine Rathaussprecherin.

Die Erschütterungen ereigneten sich gegen 14.35 Uhr Ortszeit und hatten ihr Zentrum in einer Tiefe von 20 Kilometern südlich des heftigen Erdstoßes vom März. Damals kamen mehr als 20.000 Menschen ums Leben. Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima war der schwerste Atomunfall seit dem Unglück in Tschernobyl vor 25 Jahren. Rund 80.000 Menschen mussten die Region rund um das Kraftwerk verlassen.

Die Arbeit am Krisen-AKW wird immer wieder durch erhöhte Strahlungswerte unterbrochen: Anfang August und hatte Tepco an einer Stelle des havarierten Atomkraftwerks extrem hohe Strahlungswerte gemessen. Die japanischen Behörden sperrten daraufhin den betroffenen Bereich.

wit/AP/AFP/Reuters
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