Japan Starkes Erdbeben erschüttert Fukushima – Tsunami-Warnung

Ein starkes Erdbeben vor der japanischen Küste hat die Region Fukushima erzittern lassen. Japans meteorologische Behörde gab eine Tsunami-Warnung aus. In etwa zwei Millionen Haushalten soll der Strom ausgefallen sein.
Fukushima an der Küste Japans (Archivbild)

Fukushima an der Küste Japans (Archivbild)

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Kyodo / dpa

Ein starkes Erdbeben hat Japans Küste im Nordosten erschüttert. Japans meteorologische Behörde gab eine Warnung vor einem Tsunami von bis zu einem Meter Höhe für die Pazifikküste der Präfekturen Fukushima und Miyagi aus. In dem früheren Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gab es in einem Turbinengebäude Feueralarm, wie der Betreiber Tepco mitteilt.

Das lang anhaltende Beben der Stärke 7,3 ereignete sich den Behörden zufolge kurz vor Mitternacht (Ortszeit) etwa 60 Kilometer unter dem Meeresspiegel. Die Erschütterungen waren auch im rund 300 Kilometer entfernten Tokio zu spüren.

Mehrere Gebäude bleiben Dunkel: Stromausfall in Teilen Tokios

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Foto: ISSEI KATO / REUTERS

Zwei Millionen Haushalte ohne Strom

In einem Abklingbecken für gebrauchte Brennstäbe des zweiten Atomkraftwerks Fukushima Daini zwölf Kilometer südlich der Atomruine fielen Pumpen aus. Durch das Beben entgleiste außerdem ein Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug – die rund 100 Passagiere an Bord blieben örtlichen Medienberichten zufolge jedoch unverletzt.

Laut der Nachrichtenagentur Kyodo mussten in der Region Fukushima zahlreiche Menschen in Krankenhäuser gebracht werden.

Dem Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) zufolge soll in mehr als zwei Millionen Haushalten der Strom ausgefallen sein, allein in der Hauptstadt Tokio seien 700.000 Haushalte betroffen. Auch in Teilen Fukushimas sei der Strom ausgefallen, berichten örtliche Medien. Die Regierung in Tokio richtete einen Notfallstab ein.

Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen wurde – wie in solchen Fällen üblich – automatisch gestoppt, Straßen im Nordosten gesperrt.

Erinnerungen an das Jahr 2011

Das schwere Beben im Nordosten weckt Erinnerungen an die verheerende Katastrophe im März 2011. Eine gigantische Flutwelle hatte sich an jenem 11. März 2011 an der Pazifikküste aufgebäumt und alles niedergewalzt: Städte, Dörfer und riesige Anbauflächen versanken in den Wasser- und Schlammmassen. Die Flut riss damals rund 20.000 Menschen in den Tod. In Fukushima kam es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einem Super-GAU.

Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder der Welt.

ptz/dpa/Reuters