Gefährlicher Wirbelsturm Taifun "Krosa" wütet in Japan - Dutzende Verletzte

In Japan hat der Taifun "Krosa" Chaos ausgelöst und Schäden angerichtet. Ein Mann kam ums Leben, viele andere wurden verletzt. Der Sturm soll bald abklingen, ein Behördensprecher sagt: "Wir bleiben wachsam."

Auswirkungen eines Wirbelsturms: Hohe Wellen treffen auf die Küste in Aki
kyodo/DPA

Auswirkungen eines Wirbelsturms: Hohe Wellen treffen auf die Küste in Aki


Ein starker Sturm hat den Verkehr im Westen Japans lahmgelegt und mindestens 28 Menschen verletzt. Ein 82 Jahre alter Mann fiel an einer Anlegestelle der Provinz Hiroshima ins Meer und starb später im Krankenhaus. Mehrere Tausend Bewohner brachten sich in Sicherheit, weil infolge massiver Regenfälle Erdrutsche und Überflutungen drohten.

Hunderte Flüge wurden gestrichen, zudem war der Bahnverkehr wegen der Sturmböen zum Teil stark eingeschränkt - und das zu einer Zeit, da Millionen Japaner aus den Ferien anlässlich des buddhistischen Ahnenfestes Obon heimkehrten. Auch Fährverbindungen zwischen der südlichen Insel Shikoku und anderen Landesteilen wurden wegen massiven Wellengangs gestrichen.

Der Wirbelsturm "Krosa" traf nahe Kure in der Provinz Hiroshima auf Land und zog in nordöstliche Richtung zum Japanischen Meer. Dort soll er bis Samstag abklingen, wie die nationale Wetterbehörde meldete. Beim zehnten Taifun dieser Saison wurden im Zentrum Windgeschwindigkeiten von bis zu 126 Kilometern in der Stunde gemessen.

18 Menschen aus einem Tal gerettet

Im Fernsehen waren unter anderem entwurzelte Bäume und umgeknickte Straßenlaternen zu sehen. Die Behörden hatten zuvor eine Evakuierungsempfehlung für rund 430.000 Bewohner des Küstengebiets ausgegeben, allerdings folgten nur wenige dem Aufruf.

In der Präfektur Oita wurden am Donnerstagvormittag 18 Menschen gerettet, die seit Mittwoch in einem Tal eingeschlossen waren. Sie waren nach Behördenangaben während einer Grillparty von dem gestiegenen Flusspegel überrascht worden.

Es komme noch immer zu zeitweiligen Regenfällen, sagte der für das Katastrophenmanagement in der Präfektur Tokushima zuständige Behördenmitarbeiter Takayoshi Sugimoto. "Wir bleiben wachsam", sagte er.

Zuletzt war der Taifun "Lekima" über Japan, Taiwan und China hinweggezogen. Wegen heftigen Regens, hoher Wellen und Sturmböen waren in Japan mehr als 60 Flüge und etwa 150 Fährverbindungen in der Region der Ryukyu-Inseln gestrichen worden.

mxw/dpa/AFP



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