Japan Dutzende Tote nach schweren Überschwemmungen

Japan wird seit Tagen von Starkregen heimgesucht. Er löste auf der südlichen Hauptinsel Kyushu Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Tausende Japaner sind von der Außenwelt abgeschnitten. Mindestens 26 Menschen sterben, viele werden noch vermisst.

Überschwemmungsgebiet in Japan: Heftige Verwüstungen
REUTERS/ JSDF

Überschwemmungsgebiet in Japan: Heftige Verwüstungen


Tokio - Es regnet seit Tagen ohne Unterlass auf der japanischen Insel Kyushu. Von Rekordregen sprechen die Meteorologen. Er unterspült Straßen, lässt die Erde rutschen, bringt Flüsse zum Überlaufen und bildet Seen, wo Häuser stehen und Getreide wächst. Die Menschen dort geraten zusehends in Not.

Bis jetzt sind schon mehr als 5000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Den Behörden zufolge kamen mindestens 26 Menschen ums Leben, acht weitere werden noch vermisst. Am Samstag waren rund 400.000 Bewohner der Insel aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen.

Die abgeschnittene Bevölkerung werde per Helikopter mit Notrationen versorgt, teilte eine Sprecherin der Stadt Yame in der Präfektur Fukuoka im Norden der Insel mit. Noch sei unklar, wann der Zugang zu den betroffenen Gebieten wieder frei sei. Etwa 5440 Menschen waren demnach von der Außenwelt abgeschnitten worden, nachdem Zufahrtsstraßen durch Erdrutsche und umgestürzte Bäume blockiert worden waren. Alte und kranke Menschen wurden ausgeflogen.

Das Fernsehen zeigte, wie Soldaten Wasser, Nahrung und Medizin in Militärhubschraubern in die Gebirgsregion brachten. 3600 Menschen mussten nach Angaben des Fernsehsenders NHK am Sonntag ihre Häuser verlassen, weil diese überflutet wurden.

Das Fernsehen zeigte, wie Rettungskräfte mit schwerem Gerät die Straßen von Bäumen, Schutt und Felsbrocken räumten, während Bewohner Schlamm aus ihren Häusern schaufelten. Am schlimmsten betroffen war das Gebiet um den Vulkan Aso in der Präfektur Kumamoto, südöstlich von Yame. Dort seien 18 Menschen getötet worden, vier weitere würden vermisst.

Und die Katastrophe ist noch nicht vorbei. Die japanische Wetterbehörde warnte am Sonntag vor weiteren Erdrutschen und Überschwemmungen im Norden der Insel Kyushu, weil durch hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze weitere Gewitter zu befürchten seien. Japan wird seit Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht. Am Samstagmorgen waren pro Stunde elf Zentimeter Regen gemessen worden. Auch die 500 Kilometer entfernte Stadt Kyoto war am Sonntag von starken Regenfällen betroffen. Medienberichten zufolge wurden dort 20 Häuser überschwemmt.

ler/AFP/dpa



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