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Bergungsarbeiten nach Naturkatastrophe Zahl der Erdbebenopfer in Japan steigt auf 168, Hunderte vermisst

Eine Woche nach der Erdbebenserie an der japanischen Westküste nimmt die Zahl der Toten weiter zu. Tausende Haushalte sind ohne Strom, Schnee erschwert die Rettungsarbeiten.
Bergungsarbeiten in der Präfektur Ishikawa: Der Schnee erschwert die Arbeit der Rettungskräfte

Bergungsarbeiten in der Präfektur Ishikawa: Der Schnee erschwert die Arbeit der Rettungskräfte

Foto: Jiji Press / EPA

Auch eine Woche nach dem Erdbeben an der japanischen Westküste nehmen die Zahlen der Opfer und Vermissten weiterhin zu. Wie örtliche Behörden am Montag mitteilten, stieg die Zahl der Todesopfer auf 168. Insgesamt werden 323 Menschen weiterhin vermisst.

Die japanische Hauptinsel Honshu war am Neujahrstag von einem schweren Beben der Stärke 7,6 sowie Dutzenden Nachbeben erschüttert und von Flutwellen getroffen worden. Rund 100.000 Menschen waren während der Neujahrsfeierlichkeiten aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Straßen wurden unpassierbar, mehrere Boote lagen kieloben in Hafenbecken, ein Großfeuer vernichtete ein historisches Marktviertel in Wajima.

Wo die Erde bebte

Das Epizentrum des Bebens lag in der Präfektur Ishikawa gelegenen Halbinsel Noto, die Region ist besonders schwer vom Beben betroffen. Zahllose Häuser stürzten ein, auch am Montag waren rund 18.000 Haushalte in Ishikawa weiterhin ohne Strom. Zehntausende waren zudem ohne Wasser. Auch den 28.800 Menschen, die in staatlichen Notunterkünften untergebracht wurden, fehlte es Medienberichten zufolge an Wasser, Strom und Heizung.

Tausende Helfer sind in der Unglücksregion im Einsatz. Die Rettungsarbeiten wurden zunächst jedoch durch stark beschädigte und blockierte Straßen behindert. Durch den Schneefall der vergangenen Tage werden sie zusätzlich erschwert. Zudem warnten die regionalen Behörden davor, dass Gebäude durch das Gewicht des Neuschnees einstürzen könnten.

Japan liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten aufeinanderstoßen, und wird jedes Jahr von Hunderten Erdbeben erschüttert. Die meisten hinterlassen keine Schäden, was unter anderem auf seit Jahrzehnten geltende, strenge Bauvorschriften zurückzuführen ist. In den vergangenen fünf Jahren haben die Erdbeben insbesondere in der Region Noto an Stärke und Häufigkeit zugenommen.

spr/AFP/dpa

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