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Jean-Marie Guehenno

aus DER SPIEGEL 2/1995

führt eine Doppelexistenz zwischen Wissenschaft und Politik: In Paris lehrt er politische Wissenschaften, in Brüssel amtiert er als Botschafter Frankreichs bei der Westeuropäischen Union. Ausgebildet wurde der gebürtige Bretone an der Elite-Hochschule Ecole nationale d'administration, später leitete er den Politik-Planungsstab des Pariser Außenministeriums. Prognosen sind Guehennos Spezialität: In seinem kürzlich erschienenen Essay über »Das Ende der Demokratie"* beschreibt der Diplomat das Schreckensbild einer Gesellschaft ohne Grenzen: Multinationale Konzerne nehmen den Menschen Heimat und Identität, Völker zerreiben sich in endlosen Bürgerkriegen, Datenströme fließen ungehindert um den Erdball. Doch Guehenno, 45, predigt nicht die Apokalypse, er fordert den Kampf aller Demokraten »für die Freiheit in der Gesellschaft von morgen«.

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