Jemen Al-Qaida-Terroristen nach Schießerei festgenommen

Jemenitische Sicherheitskräfte haben eine Gruppe von mutmaßlichen al-Qaida-Terroristen überwältigt. Bei einer Schießerei wurden zwei Verdächtige und zwei Polizisten verletzt.


DER SPIEGEL

Sanaa - Drei weitere Verdächtige habe die Polizei bei der Aktion nahe der jemenitischen Hauptstadt Sanaa festgenommen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Saba. Die Männer sollen zum Terrornetzwerk al-Qaida gehören, dessen Mitglieder vermutlich für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich sind.

Die Sicherheitskräfte stürmten den Angaben zufolge am Freitagabend ein Haus im Vorort Rawdah, um die Verdächtigen gefangen zu nehmen. Diese lieferten der Polizei ein zweistündiges Feuergefecht. Nach dem Schusswechsel umstellten die Sicherheitskräfte den Häuserblock und konnten die Gruppe überwältigen. Zunächst hatte es geheißen, die Polizei habe zwei der Verdächtigen erschossen, als sie das Haus stürmte.

Jemen: Terroranschlag Oktober 2000 im Hafen von Aden auf den US-Zerstörer USS Cole.
DPA

Jemen: Terroranschlag Oktober 2000 im Hafen von Aden auf den US-Zerstörer USS Cole.

Am Mittwoch hatten amerikanische Fernsehsender über Pläne der US-Armee berichtet, Spezialkräfte in den Jemen zu schicken, um al-Qaida-Terroristen in den Provinzen Marib und Hadramaut zu verfolgen. Die USA vermuten, dass sich viele al-Qaida-Kämpfer nach dem Ende der Taliban-Herrschaft in Afghanistan in den Jemen geflüchtet haben. Auch Terroristenführer Osama bin Laden soll hier zeitweise gelebt haben. Bei der Jagd auf die Terroristen wollen sich die Amerikaner nicht auf die jemenitischen Behörden verlassen.

Dem jemenitischen Geheimdienst war es in den vergangenen Monaten nicht gelungen, mehrere Terroristen festzunehmen, von denen einer als Drahtzieher des Anschlags auf den amerikanischen Zerstörer USS-Cole im Hafen von Aden vor zwei Jahren gilt. 17 Angehörige der US-Marine kamen damals ums Leben. Bereits jetzt sollen sich angeblich 800 Soldaten aus US-Spezialeinheiten auf einem Schiff vor der Küste Dschibutis auf den Einsatz vorbereiten. Die jemenitische Führung bestreitet dies.



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