Jemen Entführter Deutscher wieder frei

Ein im Jemen entführter deutsche Ingenieur der niedersächsischen Preussen Energie ist freigelassen worden. Der Ingenieur sei wohlauf und befinde sich auf dem Weg in die Hauptstadt Sanaa, hieß es.


Sanaa - Ein Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Sanaa bestätigte die Freilassung des 53-jährigen Ingenieurs. Wenige Stunden zuvor hatten jemenitische Sicherheitskräfte ein Versteck von Stammesangehörigen umzingelt.

Die Entführung hat nach Erkenntnissen der jemenitischen Seite keinen politischen Hintergrund. Der Entführer sei der Regierung in Sanaa namentlich bekannt. Es soll sich um ein Mitglied des Stammes Al Qurab handeln. Die offiziellen Stellen des Jemen hätten die Verhandlungen zur Freilassung des Deutschen übernommen.

Die Republik Jemen ist 1990 durch den Zusammenschluss des konservativ-islamischen Nord- mit dem sozialistischen Südjemen entstanden und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 320 Dollar pro Jahr. Wichtigste Geldquelle des Landes ist der Ölexport, mit dem 90 Prozent der Außenhandelserlöse erzielt werden. Öl wird im Jemen seit 1987 gefördert. In den letzten Jahren wurden mindestens 150 Ausländer in dem südarabischen Land von lokalen Stammesfürsten verschleppt. Die meisten Geiseln wurden unverletzt wieder freigelassen.

Das Auswärtige Amt hat für den Norden und den Nordosten des Jemen eine Reisewarnung ausgegeben. Trotzdem waren dort unter anderem im März 1997 und im Dezember 1998 deutsche Urlauber entführt worden.



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