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Gestorben Jochen Stay, 56

aus DER SPIEGEL 4/2022
Foto:

Nina Lueth / laif

Über den Jahreswechsel erlebte der Antiatomkraftaktivist noch einmal Höhen und Tiefen: Drei AKW wurden in Deutschland abgeschaltet. In seiner letzten Pressemitteilung warf Jochen Stay der Bundesregierung vor, die Entscheidung der EU zur Nachhaltigkeit der Kernkraft nicht verhindert zu haben. Der Gründer der Organisation ».ausgestrahlt« begann in der Friedensbewegung mit gewaltfreien Blockaden der Pershing­depots in Mutlangen. Zur Antiatomkraftbewegung stieß er durch die Proteste gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Die wohl größte von ihm initiierte Aktion war 2010 eine Menschenkette zwischen den AKW Krümmel und Brunsbüttel mit rund 120.000 Menschen. Der Protest richtete sich gegen die Laufzeit­verlängerung. Nach der Katastrophe von Fukushima 2011 revidierte Angela Merkel den Beschluss. Für Stay war dies ein Triumph, genauso wie die Aufgabe der Pläne für das Endlager in Gorleben. Jochen Stay starb am 15. Januar in der Nähe von Buchholz in der Nordheide plötzlich an den Folgen eines Herzleidens.

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