John Dillinger US-Städte streiten um Maschinenpistole von Gangster-Legende

Wem gehört John Dillingers Knarre? Noch liegt die Maschinenpistole des berüchtigten Gangsters in Tucson, Arizona. Nun erhebt eine Stadt in Indiana Ansprüche - unter Verweis auf die Seriennummer der Waffe.

AP/ Tucson Citizen Archive/ Arizona Daily Star

Auch mehr als acht Jahrzehnte nach seinem Tod beschäftigen sich die Behörden in den USA mit John Dillinger. Aktuell streiten sich zwei Städte darüber, wer die Maschinenpistole des legendären Gangsters für sich beanspruchen darf.

Auf der einen Seite steht Tucson in Arizona. Dort wurde die Waffe 1934 konfisziert, als Dillinger festgenommen wurde. Bis heute ist die Maschinenpistole im Polizei-Hauptquartier der Stadt ausgestellt.

Auf der anderen Seite steht Peru, eine Kleinstadt in Indiana. Behördenvertreter dort sind überzeugt, dass neue Forschungen belegen, wer die Waffe ursprünglich gekauft habe: die Polizei von Peru. Das belege die Seriennummer 5878. Die Maschinenpistole dieser Nummer sei 1929 an Perus Polizei geliefert worden.

1933 sei die Waffe dann von Harry Pierpont, einem Komplizen Dillingers, gestohlen worden. Dieser habe sich als Versicherungsvertreter ausgegeben und die Polizisten überzeugt, sich die Waffen näher ansehen zu dürfen, um passende Policen zu erarbeiten.

Einer der berühmtesten Gangster der Dreißiger

Am Abend des Tages kamen Dillinger, Pierpont und weitere Gangster zur Polizeiwache, hielten die Polizisten mit anderen Waffen in Schach und stahlen mehrere Schusswaffen - darunter auch besagte Maschinenpistole. So habe sich die Sache zugetragen, sagte Pat Roberts, der für Perus Stadtverwaltung arbeitet und dessen Vater einer der damals beteiligten Polizisten war.

In Tucson ist man über das Ansinnen aus Peru wenig begeistert. Man verstehe, dass die Waffe ein Teil der dortigen Stadtgeschichte sei, sagte Seargant Pete Dugan der Zeitung "Arizona Daily Star". "Aber sie ist auch ein großer Teil der Geschichte Tucsons."

Dillinger ist eine legendäre Figur. Während der Wirtschaftskrise in den Dreißigerjahren war er einer der berühmtesten und berüchtigtsten Gangster. Seiner Bande werden rund zwei Dutzend Überfälle auf Polizeiwachen und Banken zugeschrieben.

Dillinger galt in gewisser Weise als Volksheld - unter anderem, weil er Banken ausraubte, die viele Bürger um ihre Ersparnisse gebracht hatten. Ihm wird das Zitat zugeschrieben: "Wir haben momentan zu viel Spaß, um uns über morgen Sorgen zu machen." Sein Leben wurde in "Public Enemies" mit Johnny Depp verfilmt.

Dillinger entkam mehrmals aus dem Gefängnis. Nachdem er sich über Monate erfolgreich versteckt hatte, führten Hinweise die Fahnder aber schließlich auf seine Spur. Dillinger wurde beim Versuch vor Polizisten zu fliehen, am 22. Juli 1934 vor einem Kino in Chicago erschossen.

ulz/AP



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