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John McEnroe Der böse Junge ist altersmilde

aus DER SPIEGEL 29/2022
Foto:

Lia Mancini / Panoramic / IMAGO

Er forderte Paparazzi auf, Fotos von ihm auf der Toilette zu machen, ließ sich unter Drogeneinfluss interviewen und schrie Schiedsrichter an: Früher bezeichneten viele John McEnroe, 63, bewundernd als Enfant terrible der Tenniswelt. Heute müsste der US-Sportler als Mann, der seine Wut nicht unter Kontrolle hat, gewiss schärfere Kritik aushalten. Doch McEnroe ist milde geworden, mit sich selbst im Reinen – so jedenfalls zeigt ihn der Dokumentarfilm »McEnroe« des Regisseurs Barney Douglas. Um sich zu ändern, hat der drei­fache Wimbledon-Sieger offenbar einiges getan: »Ich hatte viele Therapeuten, einige davon vom Gericht bestellt«, sagte er in einem Interview mit der »Times«. Nach seiner ersten Scheidung musste er einen Antiaggressionstrainer konsultieren, seine Wutanfälle auf dem Platz werden auf YouTube bis heute millionenfach geklickt. »Ich glaube nicht, dass ich von Anfang an so ein böser Junge war«, sagte McEnroe. Er fühlte sich missverstanden. Dass er Anteil an seinem schlechten Ruf hatte, streitet er aber nicht ab: »Natürlich war ich nicht immer nett auf dem Platz.«

BST
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