Jolo Marc Wallert ist frei

Nach viereinhalb Monaten Geiselhaft ist Marc Wallert endlich frei. Per Hubschrauber wurde er zusammen mit drei weiteren Geiseln in Sicherheit geflogen.

Jolo - Der Deutsche Marc Wallert und drei seiner Leidensgenossen aus Finnland und Frankreich sind am Samstag aus der Geiselhaft auf der südphilippinischen Insel Jolo frei gelassen worden. Sie wurden mit Hubschraubern aus dem Dschungel evakuiert und zum Flughafen der Stadt Jolo gebracht.

Nach viereinhalbmonatiger Geiselhaft dachte der 27-jährige Göttinger nur an eins: "Ich will nur noch nach Hause und wieder bei meiner Familie sein." Seine Eltern waren mit ihm verschleppt, aber vor ihm frei gelassen worden.

Bei der Ankunft auf dem Flughafen reckte Wallert die Arme in die Höhe. Er fühle sich großartig, sagte er. Der Finne Risto Marco Vahanen ergänzte, es tue ihm leid um die Zurückgebliebenen, zu denen er bei den vorigen Freilassungen selbst gehört hatte. "Wir wissen, welche Hölle das ist." Im Dschungellager der Abu Sayyaf blieben ein Philippiner aus der Sipadan-Gruppe sowie zwei später verschleppte französische Fernsehleute zurück. Eine andere Sayyaf-Gruppierung hat einen Amerikaner in ihrer Gewalt. Mit Wallert kamen außer Vahanen dessen Landsmann Seppo Juhani Franti sowie der Franzose Stephane Loisy frei.

Der philippinische Chefunterhändler Robert Aventajado hatte aus Sicherheitsgründen drei Militärhubschrauber zum Gefangenenlager geschickt, weil sein Unterhändler-Team auf der Fahrt mit dem Auto zum Lager von Unbekannten beschossen wurden. Einer der Leibwächter starb, über 20 Menschen wurden verletzt. Darunter waren Reisende, die ins Kreuzfeuer gerieten.

Am Rande der Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln war bereits vor einiger Zeit verlautet, es gebe in der Organisation Streit über die Verteilung der Lösegelder in Millionenhöhe. Zudem habe das viele Geld auch die Begehrlichkeit anderer Gruppen außerhalb der Abu Sayyaf geweckt.

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