Großbrand in Brandenburg Rund 800 Hektar in Flammen

Am vierten Tag des Brandes breitet sich das Feuer bei Jüterbog weiter aus. Auch ein ehemaliger Truppenübungsplatz steht in Flammen. Feuerwehrleute berichten von Detonationen und Chemie-Gerüchen.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Der Waldbrand bei Jüterbog in Brandenburg ist auch am vierten Tag des Feuers nicht unter Kontrolle. Das Brandgebiet hat sich inzwischen auf rund 800 Hektar ausgebreitet. Starke Winde fachen die Flammen weiter an.

Der Landkreis Teltow-Fläming stufte das Feuer am Donnerstag als "Großschadenslage" ein und übernahm die vollständige Einsatzleitung. Kreisbrandmeister Tino Gausche sprach am Donnerstag von einer "einmaligen Dimension" des Brandes. "Das hatten wir so noch nie." Nach Einschätzung des Brandenburger Umweltministeriums ist der Waldbrand der größte im Land seit der Wende.

Auf der Homepage des Ortes wird berichtet, dass der Bürgermeister Arne Raue die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Jüterborg mit sofortiger Wirkung vom Brand abgezogen hat, um sie zu schützen.

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Großbrand in Brandenburg: "Das hatten wir noch nie"

In dem Bericht wird außerdem darauf hingewiesen, dass der Truppenübungsplatz sehr stark kontaminiert sei. Mehr als180 Jahre habe er als Testgelände für die Entwicklung und Anwendung von Kampfmitteln gedient. Bei früheren Bodenproben seien phosphorhaltige, arsenhaltige und uranangereicherte Munition gefunden worden. Unter den Kampmitteln fanden sich See-Minen, U-Boot-Bewaffnung, Panzerfäuste, Tretminen, Granaten und vieles mehr.

Detonationen und Chemie-Gerüche

Auf der Seite der Stadt werden die Anwohner gewarnt: "Jüterbog wurde bis auf wenige Wege bislang nie beräumt! Sämtliche Kampfmittel sind dort noch immer im jetzt brennenden Waldgebiet enthalten und können während der Löscharbeiten jederzeit detonieren!"

Mehrere Feuerwehrleute berichteten bereits am Mittwochabend bei ihrer Rückkehr ins Feuerwehrdepot Jüterbog von Detonationen und Gerüchen nach Chemikalien.

Bürgermeister Raue, forderte bereits bei der Einsatzbesprechung in der Nacht zum Donnerstag von der Einsatzleitung eine sofortige Untersuchung der Luft und der Stäube im Brandgebiet zum Schutz der Einsatzkräfte und der Bevölkerung. Die Rauchentwicklung sei laut der Mitteilung der Stadt Jüterborg auch am vierten Tag des Großbrandes enorm.

Über die Website warnt Raue die Bevölkerung: "Bitte halten Sie unbedingt die Fenster und Türen geschlossen und halten Sie sich bei Rauchentwicklung nicht im Freien auf!"

bma



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