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Tag der Arbeit: So lief der 1. Mai in Europa

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Hamburg, Berlin, Paris Mehrere Festnahmen nach Gewalt am 1. Mai

Das Ausmaß der Gewalt am 1. Mai war in Berlin und Hamburg schon größer, dennoch warfen am späten Abend Randalierer Geschosse auf Polizisten. In Paris wurden zwei Beamte schwer verletzt.

Bei den Mai-Demonstrationen in Berlin und Hamburg hat es am Montagabend gewaltsame Ausschreitungen und mehrere Festnahmen gegeben. Am Rande der sogenannten Revolutionären 1. Mai Demonstration in Berlin-Kreuzberg wurden mehrere Polizeibeamte verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Auch im Hamburger Schanzenviertel gab es Festnahmen und verletzte Polizeibeamte. Das Ausmaß der Gewalt früherer Jahre blieb jedoch aus.

Etwa 5400 Beamte waren in Berlin im Einsatz, um Ausschreitungen bei den zahlreichen Demos und Kundgebungen in der ganzen Stadt zu verhindern. In Berlin-Kreuzberg beteiligten sich am Abend laut Polizei mehr als 10.000 Teilnehmer an der Revolutionären 1. Mai Demonstration, die von linken und linksextremen Gruppen organisiert wurde.

Flaschen und Feuerwerkskörper

Laut Polizei bewarfen Teilnehmer des Protestzuges die Beamten mit Flaschen und Feuerwerkskörpern, die daraufhin Pfefferspray gegen die Randalierer einsetzten. Mehrere Beamte wurden verletzt, es gab nach Angaben des Polizeisprechers etwa 40 Festnahmen.

Auch der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber wurde attackiert. "Ich wurde gezielt angegriffen", teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Mehrere Demonstranten hätten ihn beschimpft, einer von ihnen sei mit einer Flasche auf ihn losgegangen, sagte Schreiber der "Berliner Morgenpost".

Er sei nicht verletzt worden. "Das kam aus dem Nichts", sagte Schreiber. Nach der Attacke habe er sich an Polizisten gewandt, die ihm dann geholfen hätten, die Demonstration zu verlassen.

Ein Sprecher der Hamburger Polizei sagte, nachdem die Demonstrationen tagsüber "sehr ruhig" verlaufen seien, hätten sich am späten Abend 200 bis 300 Menschen im Schanzenviertel versammelt. Sie hätten die Polizisten mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern attackiert.

Sechs Beamte wurden laut Polizei  verletzt, einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. Zur Zahl der Festgenommenen machte die Hamburger Polizei bisher keine Angaben.

Angriffe von Rechtsextremen

In Halle in Sachsen-Anhalt stellten sich mehrere Tausend Menschen einem Aufmarsch von Rechtsextremisten entgegen. Laut Polizei waren 500 Rechtsextreme angereist. Vereinzelt kam es zu Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und Polizei, die Beamten setzten Pfefferspray ein.

Auf der Rückreise mit der Bahn stiegen dann laut Angaben der Polizei etwa 100 bis 150 Demonstranten aus der rechten Szene in Apolda in Thüringen aus. Beamte wurden mit Steinen und bengalischem Feuerwerk angegriffen. Etwa 100 Menschen seien am Montagnachmittag vorläufig festgenommen worden.

In Paris wurden bei schweren Krawallen vier Polizisten durch Molotowcocktails zum Teil schwer verletzt. Laut Innenminister Matthias Fekl wurden die Bereitschaftspolizisten von "mehreren Dutzend" Demonstranten mit "zahlreichen Molotowcocktails" attackiert.

Einer der vier Verletzten habe schwere Verbrennungen im Gesicht, ein anderer sei schwer an der Hand verletzt worden. Nach Angaben der Polizei nahmen 30.000 Menschen an der Demonstration zum 1. Mai in Paris teil.

sms/dpa/AFP
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