11. September 2001 Moussaoui zieht sein Geständnis zurück

Gerade hatte ihn ein US-Gericht für den Rest seines Lebens hinter Gitter gebracht - jetzt hat Zacarias Moussaoui überraschend sein Geständnis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 zurückgezogen und einen neuen Prozess verlangt. Doch die jüngste Volte des Qaida-Manns hat kaum Erfolgsaussichten.

Alexandria - Das Bemühen des Verurteilten um einen neuen Prozess wurde vom zuständigen US-Gericht in Alexandria zurückgewiesen. In einer schriftlichen Erklärung betonte Richterin Leonie Brinkema, gemäß den Bundesgesetzen könne ein Geständnis nicht zurückgezogen werden, wenn das Urteil einmal gefällt sei. Gegen diese Entscheidung könne Moussaoui aber Berufung einlegen.

Moussaoui hatte zuvor überraschend sein Geständnis zurückgezogen, in die Anschläge des 11. September 2001 verwickelt zu sein. Mit dem unerwarteten Schritt vier Tage nach seiner Verurteilung wolle Moussaoui eine Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen, teilten seine Anwälte in Alexandria bei Washington mit. Entgegen früherer Angaben behaupte er nun, weder Mitwisser noch Mittäter der Terroranschläge gewesen zu sein. Moussaoui argumentiere, dass er bei Abgabe seines Geständnisses "ein komplett falsches Bild vom Rechtssystem in den USA hatte", erklärten die Anwälte. Inzwischen sei er zu der Auffassung gelangt, dass ein fairer Prozess in den USA möglich sei.

Außerdem sei er völlig überrascht gewesen, dass ihn die Jury nicht zum Tode verurteilt habe. Moussaoui begründet seine plötzliche Wende damit, dass ihn die Einzelhaft feindlich gegenüber jedermann gemacht und er deshalb extreme Positionen bei seinem Kampf gegen das System vertreten habe.

Der marokkanischstämmige Franzose hatte sich in dem Verfahren schuldig bekannt, an dem Komplott für den 11. September beteiligt gewesen zu sein. Nach seiner nun widerrufenen Aussage habe er ein Flugzeug in das Weiße Haus fliegen sollen, wäre er nicht einen Monat vor den Anschlägen festgenommen worden, weil er an einer US-Pilotenschule in Minnesota als verdächtig aufgefallen war. Das Urteil gegen Moussaoui schloss die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung aus. Die von der Staatsanwaltschaft geforderte Todesstrafe hatten die Geschworenen abgelehnt.

phw/AFP/AP/dpa

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