18 Jahre Haft Australierin ermordete für Olympia-Teilnahme Baby

Sie wollte sich in Ruhe auf die Olympischen Spiele vorbereiten und ermordete deshalb ihr Baby: Ein australisches Gericht hat eine 35-Jährige zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt - die Frau beteuert ihre Unschuld.


Sydney - Der Richter zeigte sich erschüttert: Die Frau habe ihr Baby "in einer Situation der Verzweiflung" ermordet. "Aus ihrer Sicht gab es keinen Ausweg." Das Ganze sei in jeder Hinsicht eine Tragödie. Das Familiendrama in Australien endete nun mit einem Schuldspruch für Keli L. Die Leistungssportlerin muss 18 Jahre ins Gefängnis, weil sie nach Überzeugung des Gerichts ihr Baby ermordet hat, um an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können.

Die heute 35-Jährige hatte 1996 ihre Tochter Tegan in einem Krankenhaus zur Welt gebracht. Zwei Tage nach der Geburt verließ L. die Klinik. Auf einer Hochzeit, auf der sie am selben Tag eingeladen war, verlor sie kein Wort über die Geburt oder das Baby.

Von Tegan fehlte jede Spur. Es wurde auch keine Leiche gefunden. Aber die Staatsanwaltschaft überzeugte den Richter mit der Theorie, dass L. das Baby vor dem Hochzeitsfest ermordet hat, um sich in Ruhe auf die Olympischen Spiele im Jahr 2000 in Sydney vorbereiten zu können.

Die Tat sei von kurzer Hand geplant gewesen, sagte der Richter. L. stelle aber keine Gefahr für die Gemeinschaft dar und es sei unwahrscheinlich, dass sie eine weitere solche Tat begehen werde. L. sei bei dem Mord erst 21 gewesen und habe sich seither einer Therapie unterzogen.

L. hatte bis zuletzt ihre Unschuld beteuert. Die frühere Wasserball-Spielerin sagt, sie habe das Baby ihrem damaligen Freund überlassen. Der ist allerdings nirgendwo aufzufinden. Die 35-Jährige hatte Anfang der Woche im Fernsehen noch an die Öffentlichkeit appelliert, ihr bei der Suche nach Tegan zu helfen.

Tegan war war das zweite von drei Kindern L.s. Das jüngste und älteste wurden zur Adoption freigegeben, wie eine Sozialarbeiterin vor Gericht aussagte. Wie im Fall von Tegan hielt L. auch die anderen Geburten selbst vor ihrer eigenen Mutter geheim.

ulz/dpa



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