Wohnungsdurchsuchung in Berlin 22-Jähriger verhöhnt Schwester von Jonny K.

Ein 22-jähriger Berliner hat die Schwester und andere Zeugen im Prozess um den am Alexanderplatz totgeprügelten Jonny K. im Internet schwer beleidigt. Jetzt durchsuchte die Polizei seine Wohnung und fand noch mehr Belastendes.
Gedenkstätte am Tatort Alexanderplatz: Die Schwester von Jonny K. wurde im Netz übel beschimpft

Gedenkstätte am Tatort Alexanderplatz: Die Schwester von Jonny K. wurde im Netz übel beschimpft

Foto: Matthias Balk/ dpa

Hamburg - Im Oktober 2012 verlor Tina K. ihren Bruder. Jonny K. wurde nach einem Barbesuch nahe dem Alexanderplatz von einer Gruppe junger Männer zu Tode geprügelt. Mittlerweile sitzen die Schläger hinter Gittern, doch Tina K. und andere Zeugen im Prozess werden nicht in Ruhe gelassen. Ein 22-jähriger Mann aus Berlin verhöhnte und beleidigte sie und einen Freund von Jonny K., der wie dieser einen Migrationshintergrund hat, auf seiner Facebook-Seite. Laut Polizeiangaben handelte es sich dabei um fremdenfeindliche Äußerungen.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Moabit konfiszierten die Ermittler Handy und Laptop des jungen Mannes. Der Verdächtigte stamme aus dem Sympathisantenkreis der Täter und habe selbst einen Migrationshintergrund, sagte ein Polizeisprecher. In der Wohnung fanden die Polizeibeamten außerdem verbotene Gegenstände und Arzneimittel. Neben der Strafanzeige wegen Beleidigung ermitteln die Behörden nun auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz. Beleidigung wird mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet.

Auf die fremdenfeindlichen Beleidigungen wurde die Polizei unter anderem durch die Schwester des verstorbenen Jonny K. aufmerksam gemacht. Schon nach Prozessende war sie von den Tätern auf deren Facebook-Profilen übel beschimpft worden.

Ihr Bruder Jonny K. war im Oktober 2012 in der Nähe des Alexanderplatzes von einer Gruppe junger Männer mit Tritten und Schlägen malträtiert worden. Nachdem ein Angreifer ihm einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzte, prügelten die Schläger auf den 20-Jährigen ein. Er starb kurz nach der Attacke an Gehirnblutungen.

lsc