22 Tote Mexikanische Soldaten sollen Massaker verübt haben

Mexikanische Soldaten erschossen Ende Juni 22 Menschen. Die Streitkräfte hätten sich nur verteidigt, heißt es von der Armee. Nun widerspricht eine Zeugin: Die Soldaten hätten ein Massaker verübt.

Tatort in San Pedro Limon: Zeugin widerspricht der Armee
AP

Tatort in San Pedro Limon: Zeugin widerspricht der Armee


San Pedro Limon - Der Bericht einer Zeugin weckt Zweifel an den Aussagen der mexikanischen Armee zur Tötung von mehr als 20 Menschen. Im ländlichen Süden Mexikos hatten Soldaten am 30. Juni 22 Personen erschossen. Der Armee zufolge hatte eine kriminelle Bande die Streitkräfte unter Beschuss genommen. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert, um sich zu verteidigen. Auf Seite der Bande starben bei dem Schusswechsel im Ort San Pedro Limon 21 Männer und eine Frau. Es wurde aber nur ein Soldat verletzt.

Die Nachrichtenagentur Associated Press hat nun eine Zeugin ausfindig gemacht. Die Frau behauptet, die Soldaten hätten ihre 15-jährige Tochter und die weiteren Opfer getötet, nachdem diese sich ergeben hatten. Vor den tödlichen Schüssen seien die Betroffenen mit erhobenen Händen aus einem Lagerhaus gelaufen. Die Frau war nach eigener Aussage an dem Gebäude, als die Schüsse fielen.

Schon vor der Aussage der Zeugin hatte es Zweifel an der Version der Armee gegeben. Laut AP gibt es am Tatort keine Spuren eines größeren Schusswechsels. Stattdessen hätten mehrere Stellen an den Wänden des Lagerhauses ähnliche Muster aufgewiesen: Einschusslöcher mit großflächigen Blutspritzern. Es sehe danach aus, dass Menschen an der Wand gestanden hätten und aus kurzer Distanz in die Brust geschossen worden seien.

Nun soll sich die Staatsanwaltschaft den Fall aufklären. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto wich Fragen zur zweifelhaften Rolle der Armee aus. Die USA haben den Nachbarstaat aufgefordert, den Fall zu untersuchen. Es sei zwingend, dass die Todesumstände der Opfer glaubwürdig geprüft würden.

ulz/AP

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