Video von Prominenten "23 Wege getötet zu werden, wenn du ein Schwarzer in Amerika bist"

Für ein Anti-Rassismus-Video haben sich unter anderem Alicia Keys, Beyoncé und Rihanna zusammengetan: Sie zählen 23 Dinge auf, die reichen, um als Schwarzer in den USA getötet zu werden. CDs zu verkaufen, zum Beispiel.

Rihanna, Keys, Beyoncé
Getty Images

Rihanna, Keys, Beyoncé


Beim Spurwechsel den Blinker nicht gesetzt zu haben. Mit deiner Freundin im Auto zu fahren, auf dem Rücksitz ein Kind. Augenkontakt aufzunehmen. Mit einem Freund nach Hause zu laufen. Einen Kapuzenpulli zu tragen. CDs vor einem Supermarkt zu verkaufen.

Das sind nur einige der "23 Wege, wie du getötet werden könntest, wenn du Schwarzer in Amerika bist": Unter diesem Titel haben 23 Prominente ein Schwarz-weiß-Video aufgenommen, darunter Alicia Keys, Rihanna, Beyoncé, Bono, Pink, Chris Rock, Pharrell Williams und Jennifer Hudson.

Es ist eine Reaktion auf die jüngsten Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA. Die 23 Gründe stehen für 23 Opfer.

Mit der Freundin im Auto fahren? - Philando Castile wurde in Minnesota im Auto seiner Freundin von Polizisten beschossen, er starb kurz darauf.

CDs vor einem Supermarkt verkaufen? - Alton Sterling wurde in Louisiana von Polizisten zu Boden gerungen und erschossen, als er genau das tat.

Das Video wurde auf der Nachrichtenseite Mic.com veröffentlicht und binnen Stunden mehr als fünf Millionen Mal angesehen. Dazu wurde der Hashtag #23Ways ins Leben gerufen.

Am Ende des knapp drei Minuten langen Clips wendet sich Alicia Keys an die Zuschauer: Sie ruft dazu auf, die Webseite der von ihr im Jahr 2014 gegründeten Bewegung "We are here" zu besuchen und damit US-Präsident Barack Obama und dem Kongress deutlich zu machen, "dass die Zeit für einen Wandel gekommen ist".

"Wir fordern radikale Veränderungen", sagte sie. Die lange Geschichte des "systematischen Rassismus'" müsse enden, damit "jeder Amerikaner dasselbe Recht bekommt, zu leben und nach seinem Glück zu streben". Es ist ein Verweis auf die Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, in der genau jenes Leben und das Streben nach Glück festgehalten ist.

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aar/AP

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