Mord in Allgäuer Klinik Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Er steht unter dringendem Tatverdacht, eine 39-jährige Patientin getötet zu haben: Die Polizei hat nach dem Mord in einer Allgäuer Klinik einen 18-Jährigen festgenommen. Am Abend vor der Tat waren der junge Mann und das Opfer gemeinsam bei einer Feier.

Tatort Klinik: 18-jähriger Verdächtiger festgenommen
DPA

Tatort Klinik: 18-jähriger Verdächtiger festgenommen


Bad Grönenbach - Nach dem Mord an einer 39-jährigen Patientin in einer Klinik im Allgäu hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 18-Jährige aus dem Ostalbkreis in Baden-Württemberg sei am Donnerstag gefasst worden, teilte die Polizei mit.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen Haftbefehl gegen den ehemaligen Patienten der Klinik beantragt. Er steht laut Polizei unter dem dringenden Tatverdacht, die ledige Kinderpflegerin aus Karlsfeld getötet zu haben. Es sei von einem Sexualdelikt auszugehen.

Nach Angaben der Polizei waren in den vergangenen zehn Tagen mehr als 600 Spuren sichergestellt worden. Zum mutmaßlichen Täter führte die Beamten demnach eine DNA-Spur. Die Identifizierung sei möglich gewesen, weil der Tatverdächtige im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung erkennungsdienstlich erfasst worden war.

Mutmaßlicher Täter und Opfer besuchten gemeinsam Feier

Die Frau war am Morgen des 27. März von einer Reinigungskraft tot in ihrem Zimmer der Klinik Am Stiftsberg in Bad Grönenbach aufgefunden worden. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die Frau infolge massiver Gewalteinwirkung gestorben war. Die Leiche wies Stichverletzungen am Oberkörper auf.

Am Abend vor der Tat hatte im Aufenthaltsraum der Klinik eine Feier stattgefunden, an der auch das spätere Opfer und der Tatverdächtige teilnahmen. Das kleine Fest, auf dem rund 20 Personen anwesend waren, hatten den Angaben zufolge die Patienten selbst organisiert. Anlass war die bevorstehende Abreise einiger Klinikgäste.

Die 39-Jährige und der mutmaßliche Täter sollen die Feier am späten Abend gemeinsam verlassen haben, berichtete die Polizei weiter. Im Zeitraum zwischen 23 Uhr und 2 Uhr seien der Frau dann die tödlichen Verletzungen zugefügt worden. Der Tatverdächtige reiste am nächsten Tag ab. Sein Aufenthalt in der Klinik war planmäßig beendet.

ulz/dapd



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