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18. August 2009, 11:16 Uhr

99 Jahre Haft

Mutter schnitt Säugling Genitalien ab

Sie soll ihren erst fünf Wochen alten Sohn im Drogenrausch kastriert haben: Jetzt hat ein Gericht im texanischen Houston die Mutter zu 99 Jahren Haft verurteilt. Sie hatte behauptet, der familieneigene Hund habe das Kind verstümmelt.

Houston - Die Stimmung war hitzig im Gerichtssaal von Harris County im US-Bundesstaat Texas. Die wegen schwerer Kindesmisshandlung angeklagte Katherine N. schüttelte während der Urteilsverkündung wortlos ihren Kopf und schrie dann laut auf, sie habe ihrem Sohn nicht wehgetan. "Du hast ihn schon missbraucht, als er noch in deinem Bauch war", rief der Vater des Kindes, Camden G., im Hinblick auf die Drogensucht seiner Frau und stürmte aus dem Gerichtssaal.

Zwei Stunden lang hatten die Geschworenen sich laut "Houston Chronicle" besprochen, bevor sie am Montagabend zu ihrem Urteil kamen. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für die 28-Jährige beantragt. N.s Anwalt hatte an die Jury appelliert, seine Mandantin nicht aus Hass oder Rachegefühlen zu bestrafen.

N. hatte erklärt, der familieneigene Dachshund "Shorty" habe den erst fünf Wochen alten Säugling im März 2007 attackiert und verstümmelt. Das Kind schlief zum Tatzeitpunkt im elterlichen Bett in der Wohnung in einem Vorort von Houston.

Der Staatsanwaltschaft zufolge befand sich die Angeklagte im Drogenrausch, als sie ihren Sohn mit einem nie gefundenen scharfen Instrument kastrierte.

Laut den Behörden war N. in der Vergangenheit wegen Rauschgiftbesitzes festgenommen und positiv auf die Substanzen Kokain, Methadon und Alprazolam, ein Medikament gegen Angststörungen, getestet worden.

Der kleine Holden G. überlebte den Übergriff, die abgetrennten Genitalien wurden jedoch nie gefunden. Seine Mutter wird mindestens 30 Jahre absitzen müssen, bevor sie eine vorzeitige Haftentlassung beantragen kann.

ala/AP

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