»Ungewöhnlich und bewundernswert« Sexarbeiterin deckt Kindesmissbrauch auf

Als sie per Webcam einen Haarschopf im Schoß ihres Kunden sah, wurde eine Sexarbeiterin stutzig. Die Frau filmte die Szene und ging zur Polizei. Nun ist der Mann schuldig gesprochen worden.
Das Landgericht Aachen sprach den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und mehrerer Kinderpornografiedelikte schuldig

Das Landgericht Aachen sprach den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und mehrerer Kinderpornografiedelikte schuldig

Foto: Marius Becker/ dpa

Wegen des sexuellen Missbrauchs seines Stiefenkelkinds ist ein Mann aus Nordrhein-Westfalen am Donnerstag vom Landgericht Aachen zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Den Fall zeigte eine Sexarbeiterin an, die beim bezahlten Internetchat mit dem Mann plötzlich einen Haarschopf in dessen Schoß gesehen hatte, wie ein Gerichtssprecher sagte. Sie habe danach gefragt, der Mann habe ihr daraufhin das Kind gezeigt.

Geistesgegenwärtig habe die Frau ihr Handy gezückt und das Ganze gefilmt sowie ein Foto von dem Mann gemacht. Sie habe dann die Internetplattform informiert und so seine Adresse ausfindig gemacht. Nach der Anzeige sei er noch am selben Abend festgenommen worden.

Das Landgericht sprach ihn nun des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und mehrerer Kinderpornografiedelikte schuldig. Laut einem Bericht der »Aachener Zeitung« würdigte das Gericht die Zivilcourage der Sexarbeiterin. Die Vorsitzende Richterin habe das Verhalten der Frau »ungewöhnlich und bewundernswert« genannt.

swe/AFP
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