Prozess in Aachen Vater und Söhne sollen zehn Polizisten wegen Knöllchen verprügelt haben

Ein Knöllchen, eine wüste Prügelei und zehn verletzte Polizisten: Im vergangenen Jahr eskalierte ein Streit wegen eines Strafzettels. Nun arbeitet das Landgericht Aachen die Sache auf.

Justizzentrum Aachen mit Amts- und Landgericht
DPA

Justizzentrum Aachen mit Amts- und Landgericht


Ein Vater und zwei seiner Söhne müssen sich vor dem Landgericht Aachen verantworten, weil sie im Streit um einen Strafzettel zehn Polizisten verletzt haben sollen. Laut Anklage bedrohte der 47 Jahre alte Vater im November 2016 in Düren einen städtischen Mitarbeiter, als dieser ein Knöllchen schrieb: Wenn sich der Kontrolleur noch mal in der Straße blicken lasse, werde er ihn umbringen, soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft sinngemäß gesagt haben.

Nachdem die alarmierte Polizei mit Verstärkung eintraf, sollen der Vater und die beiden Söhne die Beamten attackiert und zehn von ihnen verletzt haben. Einem Polizisten wurde mit einem Radmutterschlüssel die Augenhöhle zertrümmert, seine Kollegen wurden durch Faustschläge und Tritte verletzt. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Angreifer unter Kontrolle zu bringen.

Der Vater und ein Sohn, beide türkischstämmige Deutsche, wurden laut Polizei am Tatort festgenommen. Als ein Spezialeinsatzkommando eine Dürener Wohnung durchsucht, wurde dort ein weiteres Familienmitglied vorläufig festgenommen.

Der 29-jährige Sohn, der mit dem Radmutterschlüssel zugeschlagen haben soll, ist unter anderem der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Auch sein 28 Jahre alter Bruder und der Vater sollen versucht haben, mit dem schweren Werkzeug zuzuschlagen und sind unter anderem der versuchten gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Der jüngere Bruder soll mit Tritten und Schlägen mehrere Polizisten verletzt haben und steht auch wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht.

ulz/dpa



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