Schockierende Entdeckung in den USA Familie findet 2246 Embryonen in Nachlass eines Arztes 

Schock für die Familie eines verstorbenen Arztes: Beim Aufräumen seines Nachlasses fand sie 2246 präservierte Embryonen. Woher sie stammen, ist völlig unklar: Die Polizei ermittelt.

Verstorbener Arzt Ulrich Klopfer: Ein Arzt, der Föten sammelte?
WNDU-TV/ AP

Verstorbener Arzt Ulrich Klopfer: Ein Arzt, der Föten sammelte?


In einer Kleinstadt südlich von Chicago fanden die Hinterbliebenen eines kürzlich verstorbenen Arztes in dessen Praxisräumen Behälter mit 2246 konservierten Embryonen. Die Familie von Dr. Ulrich Klopfer verständigte ihren Anwalt, als sie die Behälter am 13. September fand, und der erstattete bei der Polizei eine Selbstanzeige.

Noch ist komplett unklar, woher die von Klopfer angesammelten Föten stammen: Aus seinen früheren, selbst betriebenen Schwangerschaftsabbruch-Praxen, oder ob er sie womöglich aus Kliniken entwendete, in denen er arbeitete.

Klopfer praktizierte seit 1973 als Arzt in Kliniken. Von 1979 bis 2017 besaß er eine behördliche Zulassung, die es ihm erlaubte, auch eigene ärztliche Praxen zu betreiben. Die wurde in dieser Zeit jedoch viermal aufgehoben: Mal verstieß er gegen Vorschriften, mal hielt er Fristen nicht ein, mal verletzte er Gesetze. Zuletzt suspendierte man seine Zulassung wegen "professioneller Inkompetenz", da er sich weigerte, sich fachlich auf Stand zu halten.

Klopfer ignorierte das faktische Berufsverbot und machte einfach weiter, bis ihm die Behörde die ärztliche Zulassung Anfang 2017 endgültig entzog. Was genau Ulrich Klopfer in seiner letzten Praxis in einem Gewerbegebiet am Südrand des städtischen Großraums von Chicago praktizierte, ist nun Gegenstand einer polizeilichen Untersuchung. Denn dort fand die Familie des Arztes, der am 3. September verstarb, beim Aufräumen die konservierten Embryonen.

Ein Arzt, der Föten sammelt?

Dass in Klopfers letzter Praxis Abtreibungen vorgenommen wurden, sei aber durch nichts belegt, ließ die Polizei des Will County, rund 50 Kilometer südlich von Chicago, noch am Freitag in einer Pressemitteilung wissen. Dass Klopfer aber mit Abtreibungen zu tun hatte, war durchaus bekannt: Er hatte bereits ab 1973 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, unter anderem in drei auf seinen Namen zugelassenen Ambulanzen in verschiedenen Städten, und zuletzt in einer Abtreibungsklinik im US-Bundesstaat Indiana, bis diese im Jahr 2016 geschlossen wurde.

Zeitweilig galt er dort als "fleißigster Abtreibungsarzt aller Zeiten", wie es die Regionalzeitung "The Journal Gazette" aus Fort Wayne, Indiana, beschrieb - mit angeblich Zehntausenden von durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen.

Abtreibungen waren es dann auch, die Klopfer zweimal den zeitweiligen Entzug seiner Zulassung kosteten. Am Ende sah er sich mit einer Ermittlung der Gesundheitsbehörden gegen ihn konfrontiert, die mit dem endgültigen Entzug seiner ärztlichen Zulassung endete: Klopfer hatte vor dem Untersuchungsausschuss unter anderem von einem Fall berichtet, in dem er bei einer von einem Verwandten vergewaltigten Zehnjährigen eine Abtreibung vornahm, ohne die Behörden zu verständigen. Ein eklatanter Verstoß gegen geltendes Recht, und kein Einzelfall.

Der verstorbene Klopfer selbst war stolz auf seine Tätigkeit, wie Aussagen aus den Untersuchungsverfahren zu entnehmen ist. Er verstand sich als Helfer von Frauen in Notsituationen, in die Männer nun einmal nie gerieten: "Es sind Frauen, die Kinder bekommen, nicht Männer." Und Schwangerschaftsabbrüche sollten deren Entscheidung sein, und niemand habe das Recht, eine solche Entscheidung zu kritisieren: "Es steht mir nicht zu, sie deshalb zu beurteilen", sagte er 2016 vor dem Untersuchungsausschuss der Zulassungsbehörde aus, er als Arzt erfülle nur seine Aufgabe.

Und das offenbar gut: Niemals, sagte er aus, habe er "in 43 Jahren Praxis" eine Patientin verloren. Tatsächlich belegten auch die Akten seines damaligen Arbeitgebers, dass Klopfer auffällig wenige Fehler machte und Komplikationen bei den von ihm behandelten Frauen sehr selten waren. Die Behörde hielt das jedoch für "überraschend und sehr glücklich" in Anbetracht der Tatsache, dass es Klopfer an professioneller Qualifikation fehle.

Wenig professionell war auch, dass er offenbar Embryonen sammelte - aus welchen Gründen auch immer. Die polizeilichen Ermittlungen haben gerade erst begonnen, doch schon jetzt ist der Fall Klopfer Wasser auf die Mühlen von Abtreibungsgegnern. Mike Fichtner, Kopf von "Indiana Right To Life", einer Lobbygruppe gegen Schwangerschaftsabbrüche, richtete sich nur Stunden nach den schockierenden Funden vom Freitag an die Presse: Dieser fürchterliche Fall zeige, warum "die Abtreibungsindustrie unter schärfster Überwachung" gehalten werden müsse.

pat



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