Kommandoaktion in Argentinien Spähangriff auf Adolf Eichmann

Vor 60 Jahren schnappten israelische Agenten Adolf Eichmann in Argentinien - und stellten ihn in Israel vor Gericht. Der Geheimdienst macht nun einige Details der Kommandoaktion publik.
NS-Verbrecher Eichmann: aufgenommen mit versteckter Kamera

NS-Verbrecher Eichmann: aufgenommen mit versteckter Kamera

Foto: Schin Bet/ dpa

In Filmen sind Geheimagenten oft hervorragend ausgestattet, für ihre Missionen steht ihnen dann ein ganzes Arsenal an Hightech-Ausrüstung zur Verfügung. Die Wirklichkeit sieht allerdings oft anders aus - selbst bei spektakulären Einsätzen, die in die Geschichte eingehen.

Zu den berühmtesten Operationen der Nachkriegsgeschichte gehört ohne Zweifel die Entführung des hochrangigen NS-Verbrechers Adolf Eichmann durch ein israelisches Kommando. Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat nun - 60 Jahre später - neue Details des Einsatzes veröffentlicht.

Durch diese Ledertasche hindurch wurde NS-Verbrecher Adolf Eichmann vor seiner Entführung in Argentinien mit versteckter Kamera fotografiert

Durch diese Ledertasche hindurch wurde NS-Verbrecher Adolf Eichmann vor seiner Entführung in Argentinien mit versteckter Kamera fotografiert

Foto:

Schin Bet/ dpa

Dazu gehört die Aufnahme der Tasche, die den Agenten beim Ausspähen ihres Ziels per versteckter Kamera geholfen hatte. An der Stirnseite ist deutlich das behelfsmäßige Loch zu erkennen, das für die Kamera gebohrt werden musste. Schin Bet veröffentlichte auch eine Seite aus der Fahndungsakte, in der Eichmann erstmals mit einem heimlich aufgenommenen Foto dokumentiert worden war.

Eichmann war unter den Nationalsozialisten an zentraler Stelle für die Ermordung von Millionen Juden verantwortlich. Er leitete im Reichssicherheitshauptamt eine Abteilung der Gestapo, die für die Verfolgung, Vertreibung und Deportation zuständig war. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war ihm - ähnlich wie vielen anderen führenden Nazis - die Flucht über eine der sogenannten Rattenlinien nach Südamerika gelungen.

Lange Jahre lebte er weitgehend unerkannt in Argentinien. Dort wurde er eineinhalb Jahrzehnte nach Kriegsende aufgespürt. In Zusammenarbeit mit dem Schin Bet entführte ein Kommando des Auslandsgeheimdienstes Mossad Eichmann im Mai 1960 nach Israel.

Dort wurde ihm der Prozess gemacht, 1962 wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Entführung löste erhebliche diplomatische Verwicklungen zwischen Argentinien und Israel aus.

beb/dpa
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