Äthiopien Westliche Geiseln wieder frei

Die vor fast zwei Wochen in Äthiopien entführten Mitarbeiter der britischen Botschaft sind wieder frei. Die vier Briten und eine Französin wurden in Eritrea britischen Diplomaten übergeben. Von acht entführten Äthiopiern, die sie begleiteten, fehlt noch immer jede Spur.


London - Alle fünf seien wohlauf, gab die britische Außenministerin Margaret Beckett in London bekannt. Sie hoffe, dass nun auch bald acht Äthiopier, die mit den Briten entführt worden waren, frei gelassen werden.

Die als Mitarbeiter oder Angehörige zur britischen Botschaft in Addis Abeba gehörenden drei Männer und zwei Frauen, von denen eine die französische Staatsbürgerschaft hat, waren am 1. März in der nordostäthiopischen Region Afar gewaltsam entführt worden. Ihre Fahrzeuge waren mit automatischen Waffen beschossen worden. Wertgegenstände hatten die Entführer zurückgelassen.

Der britische Premierminister Tony Blair bedankte sich über seinen Sprecher bei den Regierungen Äthiopiens und Eritreas für deren Bemühungen um die Freilassung der Entführten. Einzelheiten zu den Hintergründen der Entführung in der geologisch einzigartigen Afar-Region, die zu den heißesten und zugleich ärmsten Gebieten der Erde zählt, nannte das Londoner Außenministerium nicht. Auch zu eventuellen Lösegeldzahlungen wurden keine Angaben gemacht.

Wie britische Medien berichten, hatten sich Befürchtungen über einen terroristischen Hintergrund der Geiselnahme bereits vor mehreren Tagen als unbegründet erwiesen. Als wahrscheinlich gilt den Berichten zufolge, dass eine kleine Rebellengruppe des in der betreffenden Region beheimateten Nomadenvolkes der Afar für die Entführung verantwortlich war. Die Freilassung sei maßgeblich auch durch die Fürsprache von Ältesten des Afar-Volkes vermittelt worden, berichtete der Sender BBC.

Die äthiopische Regierung forderte die Entführer auf, auch die acht äthiopischen Geiseln umgehend und vorbehaltlos frei zu lassen. "Wir haben keine Informationen über sie und machen uns große Sorgen", sagte der Informationsminister des Landes, Berhan Hailu. Die Suche nach ihnen werde in den kommenden Tagen fortgesetzt.

han/dpa/Reuters



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