Affäre um Rolling-Stones-Karten Hamburger Politikerin soll 20.000 Euro zahlen

Die Hamburger Ex-Staatsrätin Elke Badde bestellte nach Ansicht des Gerichts zu Unrecht Rolling-Stones-Karten über einen Kollegen. Nun soll sie eine hohe Geldstrafe zahlen.

Elke Badde beim Prozessauftakt in Hamburg: Rolling-Stones-Karten über einen Kollegen bestellt
Axel Heimken/DPA

Elke Badde beim Prozessauftakt in Hamburg: Rolling-Stones-Karten über einen Kollegen bestellt


Im Zusammenhang mit einer Affäre um Freikarten für das Rolling-Stones-Konzert 2017 in Hamburg hat das Amtsgericht eine ehemalige Staatsrätin zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagte habe sich der Vorteilsannahme und der Verleitung von Untergebenen zu einer Straftat schuldig gemacht, sagte Richter Lukas Romeike. Die wegen der Affäre in den einstweiligen Ruhestand versetzte Staatsrätin Elke Badde solle 120 Tagessätze zu je 170 Euro zahlen, also 20.400 Euro.

Die SPD-Politikerin hatte nach Überzeugung des Gerichts vier Monate vor dem Konzert im Hamburger Stadtpark zwei Tribünenkarten einschließlich vergünstigter Gebühren für 357,50 Euro über den damaligen Leiter des Bezirksamts Nord, Harald Rösler, bestellt. Als Vorgesetzte Röslers habe sie gewusst, dass sein Amt einen privilegierten Zugang zu den Karten gehabt habe, sagte Richter Romeike (lesen Sie hier mehr über die Ermittlungen).

Das Konzert nicht besucht

Badde sagte laut NDR, sie habe im damaligen Angebot von Rösler, Konzertkarten zu besorgen, keinen Vorteil gesehen. Sie habe gedacht, er leite einfach ihren Namen an den Konzertveranstalter weiter. Die Karten habe sie nicht erhalten - und das Konzert auch nicht besucht. Baddes Verteidiger kündigte an, seine Mandantin werde das Urteil anfechten.

Die Karten stammen dem NDR zufolge aus einem Kontingent von 300 Kauf- und 100 Freikarten, die Rösler vom Konzertveranstalter verlangt haben soll. In der Affäre liefen demnach zeitweise 49 Ermittlungsverfahren. Die meisten seien inzwischen gegen Geldauflagen eingestellt worden. Sieben Personen seien angeklagt worden - gegen den Ex-Bezirksamtsleiter Rösler werde noch ermittelt.

jpz/dpa

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