Prozess im US-Bundesstaat Georgia Jury verurteilt Angeklagte im Fall Ahmaud Arbery auch wegen Hassverbrechen

Schuldig gesprochen und mit lebenslangen Gefängnisstrafen belegt waren drei weiße Männer im Zusammenhang mit dem Mord am schwarzen Jogger Ahmaud Arbery bereits. Nun kommt ein weiteres Urteil hinzu.
Wandgemälde für den ermordeten Ahmaud Arbery

Wandgemälde für den ermordeten Ahmaud Arbery

Foto: CHRISTOPHER ALUKA BERRY / REUTERS

Der Mord an dem schwarzen Jogger Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia liegt knapp zwei Jahre zurück, doch die Gerichtsverfahren gegen die drei weißen Angeklagten dauern an. Nun hat eine Jury die drei wegen der Tat bereits verurteilten Männer in einem weiteren, symbolisch wichtigen Punkt für schuldig befunden. Die Angeklagten hätten ein Hassverbrechen begangen und Arberys verfassungsmäßige Rechte verletzt, hieß es.

Arberys Todesschütze Travis M., sein Vater Gregory M. sowie der Nachbar William B. waren bereits im vergangenen Jahr von einer Jury für schuldig befunden worden. Travis M. war damals von den Geschworenen wegen Mordes, sein Vater sowie Nachbar B. unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und Totschlagsdelikten verurteilt worden. Im Januar verkündete das Gericht das Strafmaß: lebenslange Haft für alle drei Angeklagten.

Das weitere Urteil wegen Hassverbrechen sei nun »volle Gerechtigkeit« für Arbery, sagte der Anwalt von dessen Vater, Ben Crump, vor dem Gerichtsgebäude: »Wir dürfen diesen Moment feiern.« Auch Arberys Mutter Wanda Cooper-Jones sprach von einem »Sieg«. Arbery werde jetzt nicht nur in Frieden ruhen, sondern auch in Stärke.

Der 25-jährige Arbery war im Februar 2020 nahe der Stadt Brunswick in Georgia beim Joggen erschossen worden. Die Ermittlungen kamen erst richtig in Gang, als der Fall im Frühjahr durch ein verstörendes Handy-Video der Tat nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangte.

Wenig später – am 25. Mai 2020 – wurde der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota getötet. Danach kam es über Monate im Zuge der »Black Lives Matter«-Bewegung zu Protesten gegen Rassismus und auch gegen Polizeigewalt in den USA.

Während des Prozesses vor dem Bundesgericht zeigte die Staatsanwaltschaft, dass die Angeklagten in der Vergangenheit etwa rassistische Textnachrichten schrieben oder sich rassistisch äußerten.

Die Verteidigung argumentierte, dass Arbery nicht aus rassistischen Motiven gejagt worden sei, sondern weil die Männer ihn eines Verbrechens verdächtigten. Die drei Angeklagten hatten auf nicht schuldig plädiert.

Die Jury, die aus acht weißen, drei schwarzen und einer weiteren Person mit lateinamerikanischem Hintergrund bestand, hatte den Fall laut der Nachrichtenagentur AP am Montag erhalten. Zu dem neuerlichen Urteil kam sie nach mehrstündigen Beratungen am späten Montagabend und Dienstagmorgen.

fek/dpa/Reuters
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