Paris Mann vermietet Appartement unerlaubt bei Airbnb – und muss 221.000 Euro zahlen

Zwei Zimmer für 178 Euro – pro Nacht: Die Untervermietung seiner Wohnung wird für einen Mann in Paris teuer. Er muss knapp 200.000 Euro an die Eigentümer überweisen. Plus Mietschulden und Reparaturen.
Luftaufnahme von Paris (Archivbild)

Luftaufnahme von Paris (Archivbild)

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CHARLES PLATIAU/ Reuters

Es ist eine verlockende Idee für schnelle Nebeneinnahmen. Doch die Untervermietung bei Airbnb und anderen Portalen unterliegt bestimmten Regeln – Missachtung kann ins Geld gehen. So auch im aktuellen Beispiel aus Paris. Dort ist der Mieter einer Zwei-Zimmer-Wohnung nach der unerlaubten Untervermietung über die Plattform Airbnb zur Zahlung von über 221.000 Euro verurteilt worden.

Zwischen 2016 und 2020 hatte der Mann die Wohnung 329-mal untervermietet und rund 198.000 Euro kassiert, die Summe muss er nun nach dem Urteil den Eigentümern der Wohnung überweisen, wie die Zeitung »Le Figaro« berichtete.

Dazu kommen 11.370 Euro Mietrückstand, weil der Mann trotz der erheblichen Einnahmen die eigene Miete nicht vollständig zahlte. Zudem wurden in der Wohnung Reparaturen für 11.500 Euro fällig, die er laut Gericht ebenfalls berappen muss.

178 Euro am Tag – bei 1380 Euro Monatsmiete

Den Eigentümern fiel im Juni 2020 auf, dass ihre Wohnung im sechsten Arrondissement in der Pariser Innenstadt als Airbnb-Quartier missbraucht wurde. Von ihnen angeforderte Daten der Vermittlungsplattform belegten, dass die Wohnung an 1114 Tagen für einen Preis von durchschnittlich 178 Euro pro Tag vermietet wurde. Sie selbst hatten eine Monatsmiete von 1380 Euro kalt verlangt.

Für das Urteil stützten sich die Richter auf eine Klausel im Mietvertrag, nach der eine Untervermietung der schriftlichen Zustimmung der Eigentümer bedarf. Diese lag nicht vor.

Der Mieter und Airbnb verstießen außerdem gegen die französische Vorschrift für Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern, nach der Mietwohnungen höchstens 120 Tage im Jahr touristisch untervermietet werden dürfen.

Plattform hätte Angebot eigentlich sperren müssen

Eigentlich hätte die Plattform das Mitgliedskonto des Mieters ab einem bestimmten Moment blockieren müssen. Für das Urteil spielte dieser Umstand aber keine Rolle.

Auch in anderen beliebten Reisezielen muss sich Airbnb strengeren Vorschriften unterwerfen. Seit dem 1. Oktober gilt etwa in Amsterdam eine Registrierungspflicht. Wer seine Wohnung an Touristen vermieten will, muss das vorher anmelden. Daraufhin war die Zahl der Anzeigen bei allen Online-Zimmervermittlern drastisch zurückgegangen, beim Marktführer Airbnb von mehr als 16.200 im Frühjahr auf nun etwa 2900.

Amsterdam hatte zuvor bereits mehrfach versucht, die private Zimmervermietung einzudämmen, vor allem, um der Wohnungsnot in der niederländischen Hauptstadt entgegenzutreten und den Massentourismus einzudämmen.

jok/dpa