Alabama Angeschossene Frau nicht mehr wegen Tod ihres ungeborenen Kindes angeklagt

Weil sie einen Streit provoziert haben soll und bei einer anschließenden Schießerei ihr Kind verlor, war eine Frau im US-Bundesstaat Alabama wegen Totschlags angeklagt. Nun wurde das Verfahren eingestellt.


Eine Frau, die im Streit mit einer anderen Frau angeschossen wurde und dabei ihr ungeborenes Kind verlor, steht in den USA laut übereinstimmenden Medienberichten nicht mehr wegen Totschlags unter Anklage. Ein Geschworenengericht hatte der 27-Jährigen zunächst vorgeworfen, den Streit begonnen zu haben und damit für den Tod ihres ungeborenen Kindes verantwortlich zu sein. Sie kam nach dem Vorfall in Haft.

Die Staatsanwältin in Jefferson County im Bundesstaat Alabama, Lynneice Washington, sagte nun jedoch, sie sei zu dem Schluss gekommen, dass es nicht der Gerechtigkeit diene, den Fall weiter zu verfolgen. "Daher stelle ich das Verfahren ein."

Medienberichten zufolge hatte sich die 27-Jährige Anfang Dezember mit einer anderen Frau auf dem Parkplatz eines Geschäfts in Pleasant Grove westlich der Stadt Birmingham über den Vater des ungeborenen Kindes gestritten. Damals sei sie im fünften Monat schwanger gewesen. Die andere Frau habe in Notwehr auf sie geschossen, hieß es. Alabama gehört den Angaben zufolge zu den US-Staaten, die einen Fötus bei Gewalttaten gegen Schwangere als Opfer anerkennen.

Staatsanwältin Washington sagte, es handle sich um einen "wirklich verstörenden und herzzerreißenden Fall", bei dem es nur Verlierer, aber keine Gewinner gebe. Ein ungeborenes Kind sei auf tragische Weise gestorben. "Nichts, nichts, nichts, was wir heute oder in Zukunft tun, wird an dieser Realität etwas ändern", sagte Washington.

Die Anklage der Frau war in den USA heftig kritisiert worden. Jede Handlung einer Schwangeren, die die Gesundheit des Kindes bedrohen könnte, könne so als krimineller Akt behandelt werden, hieß es etwa von einer Organisation, die Frauen bei Abtreibungen berät. Die strengen Abtreibungsregeln in Alabama werden derzeit kontrovers diskutiert.

fek/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.