Vorfall mit Requisitenwaffe Chefbeleuchter verklagt Baldwin nach tödlichem Schuss am Filmset

An einem Filmset wurde eine Kamerafrau durch eine Kugel getötet – abgefeuert von Hollywoodstar Alec Baldwin. Der Chefbeleuchter des Drehs wirft Baldwin und anderen nun Fahrlässigkeit und Unterlassung vor.
Die Bonanza Creek Ranch in Santa Fe: Hier kam es zum tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau

Die Bonanza Creek Ranch in Santa Fe: Hier kam es zum tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau

Foto: Sam Wasson / Getty Images

Nach dem tödlichen Schuss auf einem Filmset ist der Hollywoodschauspieler Alec Baldwin verklagt worden. Dem Hauptdarsteller und Produzenten des Western »Rust« werde Fahrlässigkeit vorgeworfen, wie Anwälte des Chefbeleuchters mitteilten. In der bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klage von Serge Svetnoy werden auch die Produzenten und die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed als Beschuldigte genannt.

Baldwin hatte am 21. Oktober während der Dreharbeiten zu dem Western im Bundesstaat New Mexico offenbar versehentlich die Kamerafrau Halyna Hutchins erschossen, als er bei einer Probe die Requisitenwaffe abfeuerte. Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter getroffen und verletzt. Der Revolver war offenbar mit scharfer Munition geladen. Die Gründe dafür sind weiter unklar.

Es ist die erste bekannt gewordene Klage nach dem Vorfall.

Er habe durch Hutchins Unfalltod »schwere seelische Schäden« erlitten, erklärte Svetnoy laut Klageschrift. Ihr Tod sei »durch fahrlässige Handlungen und Unterlassungen« verursacht worden. Die Kugel habe Svetnoy, der eigenen Angaben zufolge mit Hutchins befreundet war, nur knapp verfehlt, heißt es in der Klage.

Nicht an die üblichen Regeln im Umgang mit Waffen gehalten

»Sie hätten niemals scharfe Munition am Set verwenden dürfen«, sagte sein Anwalt. Baldwin, Regieassistent David Halls und Gutierrez-Reed hätten sich nicht an die üblichen Regeln im Umgang mit Waffen gehalten und »ließen zu, dass ein mit scharfer Munition geladener Revolver auf lebende Personen gerichtet wurde«, heißt es in der Klage weiter.

Svetnoy (rechts) und sein Anwalt bei einer Pressekonferenz zur Klage

Svetnoy (rechts) und sein Anwalt bei einer Pressekonferenz zur Klage

Foto: CAROLINE BREHMAN / EPA

Svetnoy hatte bereits in mehreren Filmen mit Hutchins zusammengearbeitet. Nach dem Unglück eilte er laut Klageschrift zu seiner Freundin, die tödlich getroffen zu Boden gesunken war. Die nächsten 20 bis 30 Minuten seien »die längsten seines Lebens« gewesen. Er habe versucht, Hutchins »zu helfen und beizustehen, während er hilflos zusah, wie sie unaufhaltsam ihr Bewusstsein verlor«.

Die Anwälte der Waffenmeisterin Gutierrez-Reed betonten am Mittwoch erneut, ihre Mandantin wisse nicht, wie die scharfe Munition ans Set gelangt sei. »Wir sind überzeugt, dass es sich um Sabotage handelte und Hannah etwas angehängt wird«, hieß es von ihrem Anwalt Jason Bowles. »Wir glauben auch, dass sich jemand am Tatort zu schaffen gemacht hat, bevor die Polizei eintraf.«

hba/AFP/AP
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