Western »Rust« Tödlicher Schuss bei Baldwin-Dreh – Produzenten müssen knapp 137.000 Dollar zahlen

Den Produzenten des Films »Rust« mit Alec Baldwin ist nach dem Tod einer Kamerafrau die Zahlung einer hohen Summe auferlegt worden. Sie hätten eine »offensichtliche Gleichgültigkeit« bezüglich der Gefahren gezeigt.
Alec Baldwin: War als Hauptdarsteller und Produzent bei »Rust« tätig

Alec Baldwin: War als Hauptdarsteller und Produzent bei »Rust« tätig

Foto: Angela Weiss / AFP

Nach dem Tod einer Kamerafrau bei Dreharbeiten mit Hollywood-Star Alec Baldwin gibt es Konsequenzen. Die Produzenten des Westerns »Rust« müssen eine Höchststrafe von knapp 137.000 Dollar (etwa 126.000 Euro) zahlen, wie die Behörde in Santa Fe im US-Staat New Mexico am Mittwoch mitteilte.

Die Behörden von New Mexico leiteten nach dem Vorfall Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften ein. In einem nun veröffentlichten Bericht kommen sie zu dem Schluss, dass die Produzenten eine »offensichtliche Gleichgültigkeit gegenüber den mit Schusswaffen verbundenen Gefahren« an den Tag gelegt hätten.

Die Sicherheitsregeln seien »routinemäßig« nicht eingehalten worden, heißt es in dem Bericht. Etwa hätte sich niemals »scharfe Munition« am Drehort befinden sollen oder eine Waffe auf eine Person gerichtet werden dürfen, hieß es in dem Untersuchungsbericht. Der »tragische Vorfall« hätte vermieden werden können. Zudem hätten die Verantwortlichen Beschwerden von Mitarbeitern wegen früherer Vorfälle mit Schusswaffen ignoriert.

Bei den Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western »Rust« im vergangenen Oktober auf einer Filmranch in Santa Fe war die Kamerafrau Halyna Hutchins von einem Schuss tödlich getroffen worden – aus einer Waffe, die Baldwin in der Hand hielt. Baldwin beteuert, nicht gewusst zu haben, dass sich in dem Colt scharfe Munition befand. Außerdem war Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen worden.

Im Zuge der strafrechtlichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft ist noch niemand formell beschuldigt oder gar angeklagt worden. Die Ermittler haben aber nicht ausgeschlossen, dass dies noch geschehen könnte.

bbr/dpa/AFP