Ermittlungen zu tödlichem Schuss auf Filmset »Baldwin zeigt mit dem Finger auf andere«

Alec Baldwin beschuldigt zwei Personen, die Verantwortung für den tödlichen Schuss aus seiner Requisitenwaffe zu tragen – doch die wehren sich. Der Schauspieler selbst rechnet nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Ein Schuss aus der Requisitenwaffe von Schauspieler Alec Baldwin tötete die Kamerafrau Halyna Hutchins bei einem Filmdreh. Etwa zehn Monate danach ist noch niemand angeklagt worden. Baldwin selbst glaubt nicht, dass es zu einer Anklage kommen wird – und weist die Verantwortung von sich.

»Jemand hat eine scharfe Patrone in die Waffe gesteckt, der es besser hätte wissen müssen«, sagte Baldwin CNN . Das sei die Verantwortung von Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed gewesen. Außerdem nahm Baldwin Regieassistent Dave Halls in die Verantwortung, der ihm die Waffe übergeben hatte. »Es gibt zwei Leute, die nicht das getan haben, was sie tun sollten«, sagte Baldwin.

Baldwin erklärte weiter, er fordere nicht, dass sie »ins Gefängnis gehen oder dass ihr Leben zur Hölle wird. Das will ich nicht, aber ich möchte, dass jeder weiß, dass diese beiden Leute für das, was passiert ist, verantwortlich sind.« Der Schauspieler hatte stets erklärt, er habe den Abzug der Waffe nicht betätigt. Er habe nur den Hahn ein Stück zurückgezogen und wieder losgelassen. Die Waffe sei dann losgegangen.

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DER SPIEGEL

Die von Baldwin beschuldigte Waffenmeisterin Gutierrez-Reed erhebt Vorwürfe gegen die Ermittler. Wie »Variety«  und CNN berichten, kritisiert ein Anwalt der Frau, dass kein DNA-Test an den Patronen durchgeführt worden sei, die am Set entdeckt wurden. Der Anwalt der Waffenmeisterin drängt die Ermittler, dies noch einmal zu überdenken.

Dave Halls Anwältin wirft Baldwin derweil vor, selbst keine Verantwortung zu übernehmen. »Baldwin zeigt mit dem Finger auf andere, weil die Beweise auf ihn zeigen«, sagte Lisa Torraco. Halls sei nur ein Sündenbock.

Baldwin hielt Waffe in der Hand

Der tödliche Schuss ereignete sich im Oktober 2021 bei den Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western »Rust« auf einer Filmranch in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico. Die Kamerafrau Halyna Hutchins wurde dabei getötet. Regisseur Joel Souza wurde an der Schulter getroffen. Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkte, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene in der Hand gehalten. Untersuchungen ergaben, dass in dem Colt scharfe Munition steckte.

Die Waffenmeisterin Gutierrez-Reed hat einen Mann verklagt, der Requisiten, darunter Munition, für den Dreh geliefert hatte. Die Anwälte der Waffenmeisterin hatten im November einen Sabotageverdacht ins Spiel gebracht: Jemand hätte scharfe Munition in eine Schachtel mit harmlosen Dummy-Patronen legen können, um den Dreh zu sabotieren. Staatsanwältin Mary Carmack-Altwies hatte daraufhin erklärt, dafür gebe es keine Beweise.

Schauspieler Baldwin erwartet nicht, dass der tödliche Schuss strafrechtliche Konsequenzen haben wird, weder für ihn, noch für Halls oder Gutierrez-Reed. »Ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner von ihnen jemals wieder an einem Filmset arbeiten sollte«, sagte er CNN. Er glaubte, dass die Ermittler den Tod von Kamerafrau Hutchins am Ende für einen Unfall halten würden: »Es ist tragisch.« Er selbst denke jeden Tag an den tödlichen Schuss.

ptz/dpa
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