Getöteter dreijähriger Alessio Gutachter wirft Jugendamt Versagen vor

Fehler und Versäumnisse: Ein Gutachter hat dem Jugendamt vorgeworfen, die Situation des dreijährigen Alessio falsch eingeschätzt zu haben. Der Junge war Mitte Januar in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden.

Stiefvater von Alessio im Landgericht in Freiburg (Archiv): Zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt
DPA

Stiefvater von Alessio im Landgericht in Freiburg (Archiv): Zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt


Im Fall des zu Tode geprügelten dreijährigen Alessio aus dem Schwarzwald hat ein Gutachter dem Jugendamt Fehler und Versäumnisse vorgeworfen. Die Behörde habe die Gefährdung des Jungen mit der Zeit falsch eingeschätzt, schreibt der Sachverständige Heinz Kindler in seinem Zwischenbericht. Zudem sei die Führung des Jugendamtes zu wenig präsent gewesen.

Der Experte vom Deutschen Jugendinstitut in München untersucht den Fall im Auftrag des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald. Alessio war Mitte Januar in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden. Sein Stiefvater wurde dafür vergangene Woche zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Das Jugendamt steht seit dem Tod des Jungen in der Kritik. Es soll Warnungen ignoriert und Alessio unzureichend geschützt haben. Der Gutachter forderte in seinem Bericht unter anderem eine bessere Fortbildung der im Jugendamt Beschäftigten, eine Vernetzung mit anderen Stellen sowie eine bessere Präsenz der Führungskräfte.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, laufen noch strafrechtliche Ermittlungen gegen einen Sachbearbeiter im Jugendamt und gegen Alessios Mutter. Ergebnisse werde es in den nächsten Wochen geben.

mka/dpa

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