Getöteter Junge Alessio Ermittlungen gegen Jugendamt eingestellt

Verantwortliche des Jugendamtes in Freiburg haben im Fall des getöteten Jungen Alessio keine Schuld auf sich geladen, zumindest im strafrechtlichen Sinne. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt.


Im Fall des zu Tode geprügelten dreijährigen Alessio im Schwarzwald gehen Verantwortliche des Jugendamtes und des zuständigen Landratsamtes straffrei aus. Eineinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Jungen hat die Staatsanwaltschaft Freiburg ihre Ermittlungen eingestellt.

Es gebe keine Hinweise auf strafrechtliches Fehlverhalten durch Mitarbeiter, Vorgesetzte oder politisch Verantwortliche, teilte die Behörde mit.

Im April dieses Jahres hatte das Amtsgericht Titisee-Neustadt auf Antrag der Freiburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen einen Beamten des Jugendamtes wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen erlassen. Demnach muss der Mann drei Nettomonatsgehälter zahlen. Um welchen Betrag es genau geht, wurde nicht mitgeteilt. Der Strafbefehl ist inzwischen rechtskräftig.

In der Folge waren bei der Staatsanwaltschaft 13 Anzeigen eingegangen, unter anderem gegen die Landrätin, die Sozialdezernentin und Ministerpräsident Kretschmann. Bei niemandem aus dieser Gruppe hätten sich Hinweise auf strafrechtliches Fehlverhalten ergeben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Alessio war Mitte Januar 2015 in Lenzkirch im Schwarzwald zu Tode geprügelt worden. Alessios Stiefvater wurde im Oktober 2015 vom Landgericht Freiburg zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

msc/dpa

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