Prozess um Prügelattacke in Amberg Vier junge Flüchtlinge legen Geständnis ab

In Amberg hat der Prozess um eine Prügelattacke von Asylbewerbern auf Passanten begonnen. Das Gericht stellte drei der vier Angeklagten im Gegenzug für ein Geständnis eine Bewährungsstrafe in Aussicht.

Rathaus von Amberg (Archiv)
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Rathaus von Amberg (Archiv)


Im Prozess um die Prügelattacke von vier jungen Asylbewerbern auf Passanten im bayerischen Amberg hat es eine Verständigung unter den Prozessbeteiligten gegeben. Das Gericht stellte drei von vier Angeklagten auf Grundlage der Verständigung im Gegenzug für ein Geständnis Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren in Aussicht. Nur der als Haupttäter geltende Angeklagte muss demnach mit einer Freiheitsstrafe rechnen, ihm drohen zwischen 26 und 30 Monaten Jugendhaft.

Alle vier Angeklagte ließen von ihren Verteidigern Erklärungen mit umfassenden Geständnissen verlesen. Darin bedauerten die aus Afghanistan und Iran stammenden Heranwachsenden ihre Taten. Dass es zu den Übergriffen kam, erklärten die 17- bis 19-Jährigen vor allem mit einem ausschweifenden Alkoholkonsum und Konsum von Betäubungsmitteln.

Knapp hundert Zeugen befragt

Die Staatsanwaltschaft wirft den Flüchtlingen vor, Ende Dezember in der oberpfälzischen Stadt wahllos 21 Menschen angegriffen zu haben, von denen 15 verletzt wurden. Die Übergriffe hatten bundesweit eine Debatte über konsequentere Abschiebungen von ausländischen Straftätern nach sich gezogen.

Die Ermittler vernahmen nach den Angriffen fast hundert Zeugen und werteten zahlreiche Videoaufnahmen aus, sodass sich der Tatablauf rekonstruieren ließ. Oberstaatsanwalt Joachim Diesch hatte bei Abschluss der Ermittlungen gesagt, dass wohl eine Kombination aus Langeweile, Alkohol und Gruppendynamik Grund für die Taten sei. Das Geschehen sei unabhängig von der Herkunft der vier Beschuldigten zu betrachten.

Für den Prozess sind 25 Verhandlungstage bis Juli angesetzt.

wit/AFP/dpa



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