Amokläufe Finnland verschärft Waffengesetz

Amoklauf im baden-württembergischen Winnenden, Blutbad in Alabama: Während diese zwei Vorfälle mit vielen Toten momentan die Welt bewegen, wird in Finnland ein verschärftes Waffengesetz verabschiedet. Dort waren in den vergangenen Jahren 20 Menschen durch Amokschützen getötet worden.


Helsinki - Nach zwei Amokläufen mit insgesamt 20 Toten bekommt Finnland schärfere Waffengesetze. Fast zeitgleich mit den ersten Nachrichten aus den USA über die Tötung von elf Menschen durch einen Amokläufer im Bundesstaat Alabama teilte das Innenministerium am Mittwoch in Helsinki mit, dass Schusswaffen in Zukunft nur noch an Käufer über 20 Jahren sowie mit verschärften Auflagen abgegeben werden dürfen.

Im baden-württembergischen Winnenden hat ein Amokläufer am heutigen Mittwoch mehrere Menschen getötet.

Im vergangenen September hatte ein 22-Jähriger in einer Schule der Kleinstadt Kauhajoki zehn Menschen erschossen und sich das Leben genommen. Knapp ein Jahr zuvor starben in der Ortschaft Jokela sechs Schüler und zwei Mitarbeiter einer Schule, als ein 18-Jähriger mit seiner Pistole Amok lief. Auch er beging Selbstmord. Beide Täter konnten ihre Waffen aufgrund der betont liberalen finnischen Gesetzgebung ohne Probleme legal erwerben.

Nach Schätzungen des Innenministeriums besitzen 650.000 von 4,5 Millionen Finnen 1,6 Millionen Schusswaffen, die meisten davon für die Jagd. Während bisher schon 18-Jährige als einfache Mitglieder von Sportschützen-Clubs Pistolen kaufen konnten, müssen Käufer in Zukunft mindestens 20 sein, zwei Jahre Mitgliedschaft in einem Schützenverein nachweisen sowie Gutachten ihrer jeweiligen Ausbilder vorlegen.

Außerdem sollen erstmals ausgestellte Waffenscheine höchstens fünf Jahre gelten.

pad/dpa



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