Taiwan Amokläufer in Taipeh ersticht vier Menschen in U-Bahn

Vier Menschen starben, fast zwei Dutzend sind verletzt: Ein 21-Jähriger ist in der U-Bahn von Taipeh Amok gelaufen. Dabei gilt die taiwanische Hauptstadt als eine der sichersten Metropolen Asiens.

U-Bahn in Taipeh: Messerattacke auf Passagiere
DPA

U-Bahn in Taipeh: Messerattacke auf Passagiere


Taipeh - Ein 21 Jahre alter Student hat in der U-Bahn der taiwanischen Hauptstadt Taipeh vier Menschen getötet und 21 weitere verletzt. Der Amokläufer stach zu Beginn der Hauptverkehrszeit plötzlich in einem vollen Waggon wahllos auf die Passagiere ein.

Drei Menschen starben, noch bevor sie ins Krankenhaus gebracht werden konnten. Dabei handelte es sich um eine 47-jährige Frau sowie zwei Männer, wie der TV-Sender Next Television berichtete. Eine 61-Jährige starb wenige Stunden später in einer Klinik. Die Opfer erlitten schwere Verletzungen, meist in Brust und Bauch.

Der Täter versuchte zunächst, an der nächsten Station zu flüchten. Er konnte jedoch von Polizisten und Bahnmitarbeitern überwältigt werden. Er habe die beiden Tatwaffen, darunter ein 30 Zentimeter langes Sashimi-Messer, erst kurz vor der Bluttat gekauft, hieß im Staatsfernsehen.

Laut Polizeisprecher Cheon Kuo-en habe der Mann im Verhör ausgesagt, schon seit seiner Kindheit vorgehabt zu haben, "etwas Großes zu tun". Damit wolle er Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zunächst hatte es geheißen, der Angreifer sei betrunken gewesen. Bei einem Test wurde jedoch nur eine geringe Menge Alkohol festgestellt.

In Panik seien Passagiere an der Jiangzicui-Station vor dem Angreifer aus der Bahn geflüchtet und hätten andere Reisende auf dem Bahnsteig laut rufend gewarnt, berichteten die Staatsmedien. Auf Fernsehbildern waren blutverschmierte Waggons zu sehen. Taschen und Schirme lagen verstreut am Boden.

Die Bluttat auf der fünfminütigen Fahrt schockte die Bewohner der taiwanischen Hauptstadt, die zu den sichersten Metropolen in Asien gehört. Gewalttaten in der U-Bahn in Taipeh sind so selten, dass nur 135 Sicherheitsleute für das ganze Netz eingesetzt werden, das täglich von 1,85 Millionen Passagieren benutzt wird. Bürgermeister Hau Lung-bin versprach nach der Attacke, die Sicherheit zu erhöhen.

bka/dpa/AFP



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