Amoklauf in den USA Arbeiter erschießt acht Kollegen und sich selbst

Schock im US-Bundesstaat Connecticut: Ein Lagerarbeiter hat acht Kollegen getötet und sich dann selbst erschossen. Laut ersten Berichten war dem Mann zuvor die Kündigung nahegelegt worden.


Manchester - Morgens um 7.30 Uhr (Ortszeit) soll der Amokläufer auf dem Firmengelände seines Arbeitgebers in Hartford im US-Bundesstaat Connecticut das Feuer auf seine Kollegen eröffnet haben. Da gerade die Schicht wechselte, befanden sich trotz der frühen Stunde bereits rund hundert Menschen auf dem Gelände des Spirituosenlieferanten.

Über die möglichen Motive des mutmaßlichen Täters, bei dem es sich um einen 34-jährigen Lagerarbeiter namens Omar T. handeln soll, gibt es widersprüchliche Angaben. Der Mann soll aber, dies bestätigte ein Gewerkschaftsvertreter, zu einem Disziplinargespräch in die Firma gebeten worden sein, offenbar legte man ihm die Kündigung nahe.

Wie lange er dort beschäftigt war, ob er erst kürzlich eingestellt wurde oder seit Jahren in dem Familienbetrieb arbeitete, ist unklar. Der Gewerkschaftsvertreter gab an, der mutmaßliche Täter sei erst vor kurzem eingestellt worden.

Fotostrecke

3  Bilder
USA: Bluttat in Hartford, Connecticut
Der Schütze wurde später tot auf dem Gelände des Familienunternehmens gefunden. Nach Angaben der Ermittler muss er sich selbst erschossen haben, weil Polizisten keine Schüsse abgaben. Laut einem Bericht des Senders ABC rief der Täter nach der Bluttat seine Mutter an, entschuldigte und verabschiedete sich. Er liebe sie und seine Freundin, und es tue ihm leid - dann erschoss er sich. Aus Polizeikreisen verlautete, ein Scharfschütze habe den Täter bereits im Visier gehabt, als dieser sich selbst das Leben nahm.

Wahllos auf Menschen geschossen

Der Lokalzeitung "Hartford Courant" spekuliert über Rassismus als Motiv der Tat. Das Blatt zitiert eine Frau, deren Tochter acht Jahre lang mit T., einem Schwarzen, liiert gewesen sei. Demnach sei T. am Arbeitsplatz wegen seiner Hautfarbe gemobbt worden. Er habe sich bei der Geschäftsleitung beschwert, doch die Vorgesetzten hätten sich nicht für ihn eingesetzt. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.

Omar T. sei über das Gelände gelaufen und habe wahllos auf Menschen geschossen, sagte Gewerkschaftsvertreter John Hollis der "New York Times". "Er kam, um sich mit den Chefs zu treffen, und dann war hier plötzlich die Hölle los", sagte Hollis. "Er zog die Waffe und rannte durchs Lager."

Bei einem der Opfer soll es sich um den stellvertretenden Firmenchef handeln, Angaben dazu wollte die Polizei jedoch erst nach Gesprächen mit den Angehörigen der Toten machen. "Es geht hier noch drunter und drüber", schilderte ein Polizist die chaotische Situation in der "New York Times".

Die Gouverneurin von Connecticut, Jodi Rell, bekundete in einer Stellungnahme den Angehörigen der Opfer ihr Beileid. "Das war ein sinnloser Akt der Gewalt", so die Politikerin, "der uns alle erschüttert und uns daran gemahnt, wie kostbar und zerbrechlich Leben ist."

pad/Reuters/apn/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.