Kanzlerin zu Amoklauf von München "Wir alle trauern"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufs von München ihr Mitgefühl ausgesprochen. "Wir alle trauern mit schweren Herzen um die, die nie mehr zurückkehren werden."


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich tief betroffen über den Amoklauf von München gezeigt. "So ein Abend, so eine Nacht ist schwer zu ertragen", sagte Merkel in Berlin. "Wir alle trauern mit schweren Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden."

Merkel sprach den Hinterbliebenen der Opfer ihr Mitgefühl aus. "Wir teilen Ihren Schmerz. Wir denken an Sie. Wir leiden mit Ihnen." Den Verletzten wünschte sie "rasche und vollkommene Genesung". Nun gehe es darum, die Tat vollständig aufzuklären.

Vor und in einem Münchner Einkaufszentrum hatte der 18-jährige Deutsch-Iraner David S. am Freitagabend neun andere Menschen, vor allem Jugendliche, erschossen und sich danach selbst das Leben genommen.

Wie viele andere auch lobte Merkel die Polizei. Die Sicherheitsbehörden hätten "hochprofessionelle Arbeit" geleistet und mit ihrem Einsatz die Bevölkerung von München geschützt. "Sie waren und sind im besten Sinne Helfer und Beschützer der Bürgerinnen und Bürger", sagte Merkel. Die Zusammenarbeit der Behörden Bayerns und des Bunds habe bestens funktioniert.

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Merkel pries zudem die Hilfsbereitschaft der Münchner in der Nacht zu Samstag, in der viele ihre Wohnungen Fremden zur Verfügung stellten. "In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke", sagt Merkel.

Die Kanzlerin äußerte Verständnis für Beunruhigung in der Bevölkerung. "Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können", sagte sie mit Hinblick auf den Anschlag von Nizza oder den Angriff eines Jugendlichen, der in einem Regionalzug mehrere Personen mit einer Axt angegriffen hatte. "So kann ich jeden verstehen, der heute mit Beklommenheit auf eine Menschenmenge zugeht, der im Hinterkopf die Frage hat, ob er dann sicher ist."

An Merkels Umgang mit den Ereignissen von München gab es Kritik, bei Twitter etwa unter dem Hashtag #Merkelschweigt. Insbesondere wurde die Kanzlerin dafür angegangen, dass sie sich erst am Nachmittag des Folgetags öffentlich äußerte. Kritiker merkten an, dass etwa US-Präsident Barack Obama, EU-Ratspräsident Donald Tusk und Großbritanniens Außenminister Boris Johnson schon wenige Stunden nach der Tat ihre Betroffenheit bekundet hatten.

ulz/dpa/AFP

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