CNN-Bericht Texas-Attentäter soll vor Angriff Nachrichten an Jugendliche in Frankfurt geschickt haben

Der 18-jährige Täter aus Uvalde soll seinen Attentatsplan per Chat einem deutschen Mädchen angekündigt haben, berichtet CNN. Der 15-Jährigen schilderte er demnach auch die Attacke auf seine Großmutter.
Polizisten an dem betroffenen Schulkomplex (am 24. Mai)

Polizisten an dem betroffenen Schulkomplex (am 24. Mai)

Foto: William Luther / AP

Dass der Attentäter von Uvalde vor seinem Amoklauf mit 21 Toten Botschaften in sozialen Netzwerken verschickt hatte, war schon im Laufe des Tages bekannt geworden. Ein Bericht des US-Nachrichtensenders CNN legt nun nahe, dass dabei auch eine Jugendliche aus Deutschland Adressatin war.

CNN meldete am Mittwoch , der 18-Jährige habe der 15-Jährigen aus Frankfurt am Dienstag geschrieben, er werde das Feuer in einer Grundschule eröffnen.

Zuvor habe er sich bei der Jugendlichen darüber beschwert, dass seine Großmutter mit einem US-Telefonanbieter über sein Telefon spreche. »Das ist ärgerlich.« Sechs Minuten später schrieb er laut CNN: »Ich habe meiner Großmutter gerade in den Kopf geschossen.«

Die Botschaft über den bevorstehenden Angriff auf eine Grundschule schickte er dem Bericht zufolge wenige Sekunden später um 11.21 Uhr Ortszeit (18.21 Uhr MESZ) – als letzte Nachricht an die Jugendliche.

CNN beruft sich bei dem Bericht auf Screenshots der Nachrichten und ein Interview mit der 15-Jährigen. Diese sagte demnach, sie habe vor zweieinhalb Wochen angefangen, sich mit dem Schützen auszutauschen.

Der 18-Jährige habe ihr Videos von sich geschickt und auch angekündigt, sie in Europa besuchen zu wollen. Laut eigenen Angaben sprach die Jugendliche täglich über den Chatdienst Facetime mit dem Angreifer und hatte auch auf zwei weiteren Apps Kontakt mit ihm. CNN sagte die Deutsche, sie habe den späteren Täter als freundlichen Einzelgänger wahrgenommen. Allerdings habe es auch Alarmsignale gegeben. In einer Nachricht schrieb R. demnach, er habe »tote Katzen auf Häuser geworfen«.

Facebook-Konzern spricht von »privaten Nachrichten«

An diesem Montag habe er ihr geschrieben, dass er Munition erhalten habe. Nach dem Grund für den Munitionskauf gefragt, habe er nur geantwortet: »Wart es ab.« CNN berichtet, die Mutter der Minderjährigen habe dem Interview mit dem US-Sender zugestimmt.

DER SPIEGEL

Der 18-jährige Salvador Ramos hatte am Dienstag an der Grundschule Robb Elementary School in der texanischen Kleinstadt Uvalde mit einem Sturmgewehr 21 Menschen erschossen, 19 Schulkinder und zwei Lehrerinnen. Zuvor hatte er seiner Großmutter ins Gesicht geschossen und sie dabei schwer verletzt. Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen.

Der texanische Gouverneur Greg Abbott sagte am Mittwoch, der Angreifer habe vor der Tat »auf Facebook« mehrere Botschaften veröffentlicht, die jenen ähneln, über die CNN nun berichtete. Ein Sprecher des Facebook-Mutterkonzerns Meta erklärte daraufhin, es habe sich um private Nachrichten gehandelt.

Diskussion über Waffengesetze – ohne Aussicht auf Veränderung

Die Tragödie von Uvalde hat in den USA die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze neu entfacht. Ein solcher Schritt allerdings scheitert seit vielen Jahren an einer grundlegenden Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern in dieser Frage. Während viele Demokraten seit Langem eine substanzielle Verschärfung der Vorschriften für Waffenbesitz im Land fordern, sind viele Republikaner vehement dagegen. Abbott argumentierte auch am Mittwoch, strengere Gesetze seien nicht die Lösung, um Amokläufe wie den jüngsten in Texas zu verhindern.

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In einer ersten Reaktion hatte US-Präsident Joe Biden klare Worte gewählt. »Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden«, sagte Biden am Dienstagabend im Weißen Haus. »Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Junge in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen kann, ist einfach falsch.«

jok/AFP